Gesunde Zähne

Gesunde Zähne von klein auf

Isabella Lacourtiade · 15.11.2019

Schon die ersten kleinen Milchzähnchen müssen durch richtige Zahnpflege vor Karies geschützt werden. Bei den ganz Kleinen kommen zuerst Beißringmodelle und sanfte Fingerbürsten zum Einsatz, später übernimmt dann die erste richtige Zahnbürste. Regelmäßiges richtiges Putzen, gesunde Ernährung mit wenig Zucker und regelmäßige Zahnartzbesuche sorgen dafür, dass die kleinen Beißerchen gesund bleiben.

Fred und Mikki sind grün und haben viele schöne Zähne. Die beiden fröhlichen Krokodil-Handpuppen sind stadtbekannte Vollzeitangestellte der Aktion Zahngesundheit Düsseldorf und begleiten Kinder und ihre Zähne von klein auf. Ihre Aufgabe: Gemeinsam mit den Prophylaxe-Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamts besuchen sie regelmäßig Kitas, Kindergärten und Schulen in dentaler Mission. Spielerisch schaffen sie einen kindlichen Erstkontakt zu Themen wie Mundhygiene, Ernährung und Zahnarztbesuch. Bei den älteren Kindern geht es dann auch um den Zahnwechsel, den Aufbau der Zähne und warum Zahnschäden unbedingt fachmäßig vom Zahnarzt behandelt werden müssen.

Richtig putzen
Die konsequente Zahnpflege beginnt mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne. Bis zu Beginn des zweiten Lebensjahres sollten Eltern die Zähnchen einmal täglich, danach zweimal täglich vorsichtig putzen - und das drei Minuten lang. Dabei sind auch die Eltern in ihrer Vorbildfunktion gefragt. Ab drei Jahren bekommt das Kind die Zahnbürste selbst in die Hand gedrückt. Eine bestimmte Putztechnik ist nicht so entscheidend, wichtiger ist es, dass eine Abfolge beachtet wird. Zuerst werden die Kauflächen geschrubbt. Danach die Zähnen zusammenbeißen und Kreise auf die Außenflächen malen. Zum Schluss werden die Innenseiten abgebürstet. Diese Reihenfolge gilt es dann beizubehalten: Kauflächen, Außenseiten, Innenseiten - die KAI-Methode. Bis zur Schulzeit sollten Mama oder Papa nachputzen.

Das Putzwerkzeug
Zum richtigen Zähneputzen gehört natürlich die richtige Ausstattung. Mit der Zahnpflege sollten Eltern schon ab dem ersten Zähnchen beginnen – zunächst reicht ein Wattestäbchen, ein kleiner Lappen oder ein weicher Fingerling. Achtung! Um diese Zeit ist der kleine Kiefer noch eine Dauerbaustelle, also vorsichtig einmal täglich reinigen. Juckende, schmerzende Zahnleisten können bei der Gelegenheit auch massiert werden. Milchzahnkinder benötigen das richtige Equipment in Form einer alters- und gebissgerechten Zahnbürste. Um auch in die kleinsten Ecken und Winkel zu kommen, sollte es eine Kurzkopfzahnbürste mit dickem, rutschfesten Griff und Kunststoffborsten sein, die an den Ecken abgerundet sind und das Zahnfleisch schonen. Am der Luft getrocknet haben Bakterien und Pilzen keine Chance. Krümmen sich die Borsten zu den Seiten oder ist das gute Stück länger als acht Wochen im Gebrauch, ist es Zeit für eine neue. Falls die Borstenkrümmung sich früh wiederholt, sollten Eltern besonderes Augenmerk auf den Anpressdruck legen. Eine drei Monate genutzte Zahnbürste entfernt übrigens rund 30 Prozent weniger Zahnbelag als eine neue. Hier gilt das Prinzip: Weniger ist mehr. Eine elektrische Zahnbürste übernimmt selbst die Druckkontrolle und kann faulen Putzern einen echten Motivationsschub bieten, auch Kleinkinder profitieren schon davon. Bei den Zahnpasten sollten Eltern zu einer speziell für Kleinkinder geeigneten Variante mit niedrigem Fluoridgehalt greifen. Eine erbsengroße Menge auf der Zahnbürste reicht. Ist schon ein bleibender Zahn im Mund, sind Junior-Zahnpasten mit höherem Fluoridgehalt von 1.000 bis 1.500 ppm sinnvoll. Eine gute Kinderzahnpasta ist idealerweise frei von süßen Aromen und Farbstoffe. Der Zahnschmelz ist bei den neuen Zähnen zunächst noch nicht vollständig durchgehärtet, was der Kinderzahnarzt mit einer zusätzlichen Fluoridbehandlung unterstützen kann. Fluoridhaltiger Zusatzpräparate und professionelle Zahnreinigung sind eigentlich nur für kleine Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko oder Bracketträgern erforderlich. Auf den Kauflächen der Backen- und Mahlzähne entstehen oftmals tiefe Einziehungen, auch Fissuren oder Grübchen genannt. Gerade nach dem Durchbrechen der bleibenden Zähne sind diese Fissuren sehr kariesgefährdet, da sie auch beim aufmerksamen Zähneputzen schlecht zu reinigen sind. Je tiefer und enger eine Fissur ist, umso häufiger kann Karies entstehen. Je nach Zahntyp und Ausprägung der Fissuren empfiehlt der Kinderzahnarzt dann eine Versiegelung der entsprechenden Zähne, um den darunter liegende Kaufläche zu schützen.

Die Milchzähne
Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen - fünf pro Quadrant. Mit den noch fehlenden Backen- und Weisheitszähnen ergeben sich später 32 bleibenden Zähne. Milchzähne werden bereits in der 8. bis 10. Schwangerschaftswoche im Kiefer angelegt. Mit der Zeit werden sie härten und haben schließlich zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat des Babys ihren ersten Auftritt. Meist sind die ersten Zähne die unteren Schneidezähne. Sehr selten kommt ein Neugeborenes schon mit einem Zahn zur Welt - dem sogenannten „Hexenzähnchen". Bis zum 30. Monat ist das Milchgebiss dann vollständig. Die Wackelzahnzeit beginnt dann rund um den sechsten Geburtstag. Erst sind die mittleren Schneidezähne dran, dann die seitlichen. Zwischen neun und elf Jahren folgen dann die Eck - und Milchmahlzähne, zuletzt mit 13 die zweiten Milchmahlzähne. Danach bricht der zweite Backenzahn durch, mit etwa 17 kommen als Letztes die Weisheitszähne.

Kariesalarm
Bei der Geburt hat ein Kind keine Kariesbakterien im Mund. Die zieht es sich erst nach und nach zu, zum Beispiel, wenn Eltern der runter gefallenen Schuller „sauberlecken“ oder beim Essen den gleichen Löffel benutzen. Wann immer Zucker, egal ob Industriezucker, Fruchtzucker oder Honig, an der Mahlzeit beteiligt ist, sind im Mund die Weichen gestellt für schädliche Veränderungen. Allerdings gibt es zwei weitere Faktoren in der Gleichung. Denn nicht jeder Zuckerkontakt führt automatisch zur Entstehung von Karies. Zeit und die eigene Mundflora spielen ebenfalls eine Rolle. Die im Mund millionenfach vorliegenden Bakterien wandeln Zucker in Säure um, die den Zahnschmelz schädigen und Karies verursachen kann, vorausgesetzt, die Bakterien haben genügend Zeit dafür. Das passiert beim langen Nuckeln oder bei sehr klebrigen, süßen Speisen oder Bonbons. Vorsicht: auch ungesüßte Fruchtsäfte enthalten Zucker und Säure! Wenn keine Zahnbürste greifbar ist, empfehlen Zahnärtze einen zuckerfreien Kaugummi, das hilft die Säure zu neutralisieren. Gut zu wissen: Kinder mit gesunden Milchzähnen haben zu 90 Prozent auch gesunde bleibende Zähne im Erwachsenenalter!

Aktion Zahngesundheit
In Sachen Mundgesundheit ist in Düsseldorf viel erreicht worden. Dafür verantwortlich ist unter anderem die Aktion Zahngesundheit, ein Zusammenschluss der örtlichen Krankenkassen, der niedergelassenen Zahnärzte und des Gesundheitsamtes der Stadt. Ihr Ziel ist es, regelmäßig und flächendeckend in Kindertageseinrichtungen und Schulen die Gruppenprophylaxe zur Kariesvorsorge sicherzustellen. Mit dabei sind immer auch Fred und Micki, die beiden fröhlichen Krokodil-Handpuppen, die den Kindern spielerisch erklären: Wie geht richtiges Zähneputzen? Warum ist Zucker nicht gut für die Zähne? Was hilft, meine Zähne gesund zu halten? Bei ihren Besuchen vor Ort erklären die Mitarbeiterinnen der Aktion Zahngesundheit den Kindern altersgerecht die wichtigsten Punkte zur Mundhygiene, zahngesunder Ernährung und Zahnschmelzhärtung und motivieren zum regelmäßigen Zahnarztbesuch. Nach den spielerischen Lerneinheiten und der Wissensvermittlung kommen die praktischen Zahnputzübungen dran. Anschließend besuchen die Kinder eines der drei Mundhygienezentren in der Stadt oder eine der teilnehmenden Zahnarztpraxen im Rahmen des Düsseldorfer Zahnfrühlings. Durch die regelmäßigen Einsätze und das langfristige Engagement konnte die Zahngesundheit der Düsseldorfer Kinder erwiesenermaßen verbessert werden. „Im Schuljahr 2017/18 wurden 3.797 Kinder in 92 Kindertagesstätten untersucht. Im Schnitt haben rund 84% der Düsseldorfer Kindergartenkinder naturgesunde Zähne. Auch die Zahngesundheit der Grundschulkinder liegt auf hohem Niveau. 87% freuen sich über naturgesunde bleibende Zähne. Nur bei circa jedem 15. im Rahmen der Regeluntersuchung untersuchtem Kind wurde Karies an einem bleibenden Zahn festgestellt", erläutert Dr. Michael Schäfer vom Gesundheitsamt im letzten Bericht zurGruppenprophylaxe in Düsseldorfer Kindergärten und Schulen.

Tags: karies , milchzähne , vorsorgen , zahnpflege

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