Stadtgeschehen

Siebeneinhalb Fragen an ... Sonja Martin

Libelle · 06.08.2020

Sonja Martin ist Polizistin, Verkehrserzieherin und Mutter aus Düsseldorf. Auch wenn ihre Kinder jetzt schon groß sind und die eine sogar schon im Studium ist, macht ihr die Arbeit mit den Kindern im Kindergarten und Schule viel Freude.

Als Verkehrssicherheitsberaterin bildet sie mit ihren beiden Kolleginnen Norma Fleiß und Janett Louis seit fünf Jahren das Team der Verkehrspuppenbühne Düsseldorf. 6000 Vorschulkinder besuchen jährlich die Puppenbühne der Polizei und machen im Anschluss den Fußgängerführerschein.

Sonja liebt es mit Menschen zu arbeiten, und freut sich, dass sie mit ihrer Arbeit Positives bewirken kann. Ihr war schon früh klar, dass sie lieber Arbeit und Familie unter einen Hut bringen möchte, als nach einem langen Studium erst einmal Karriere zu machen. So hat sie sich für die Arbeit bei der Polizei entschieden.

Sie ist die Älteste von fünf Kindern und wie sie selbst sagt „ein absoluter Familienmensch“. Die Familie fährt auch schon mal mit allen Geschwistern und deren Kindern in den Urlaub und egal, ob es dann in die Berge zum Skifahren geht oder ans Meer zum entspannen am Strand, genießt sie das Familienleben.

Im Libelle-Interview „Siebeneinhalb Fragen an ...“ erzählt sie uns, was für sie Familie und zu Hause bedeutet.

Hast du gut gefrühstückt?

Schmunzel... ja – ich habe gut gefrühstückt. Zumindest war mein zweites (oder drittes?) Frühstück gut und gesund. Meistens starte ich mit einem Milchkaffee und einem Kinderriegel in den Tag (zur Freude meines Zahnarztes). Dann gehe ich mit dem Hund spazieren und zwei Stunden später gibt es die selbst geschmierten Stullen. Aber das Beste am heutigen Morgen war das selbst gemachte Tiramisu meines Kollegen, das ich bereits um 8 Uhr probieren musste – himmlisch!

Jeder hat eine dunkle Seite. Sagst du uns, wo es bei dir am unordentlichsten ist?

Mmmhhhh ... jetzt muss ich wirklich erstmal überlegen, da „unordentlich“ so gar nicht zu mir passt.
Also, wenn ich etwas Negatives bei mir selber suchen soll, dann ist es vielleicht mein Zeitmanagement. Damit meine ich nicht, dass ich unpünktlich bin oder meine Termine nicht geregelt bekomme. Ich habe eher das Gefühl, dass ich manchmal zu wenig Zeit für die Menschen habe, die mir eigentlich am wichtigsten sind. Durch die große Familie und die vielen verschiedenen Freundeskreise, die ich habe, ist es sehr schwierig, allen gerecht zu werden.

Was liebst du an deinen Kindern?

Ich liebe an meinen Töchtern ihre gesunde Einstellung zum Leben, ihre Natürlichkeit, Hilfsbereitschaft und ihre Liebe und ihr Vertrauen zu mir beziehungsweise zu uns Eltern. Sie sind dankbar und wissen zu schätzen (meistens jedenfalls), wie gut es ihnen beziehungsweise uns geht. Ich liebe ihr Lachen und die Fröhlichkeit, die sie versprühen, wenn sie um mich herum sind.

Was ist euer Lieblingsort (in Düsseldorf)?

Der Fernsehturm gehört lustigerweise zu einem meiner Lieblingsorte in Düsseldorf. Ich verbinde mit ihm sehr viel; als Kind war ein Ausflug auf den Rheinturm immer ein ganz besonderes Erlebnis. Das erste Date mit meinem Mann fand dort statt; wir waren unzählige Male mit unseren Kindern in jeglicher Altersklasse dort und haben uns immer auf die Scheiben gelegt. Auch sämtliche Austauschschülerinnen meiner Töchter haben wir dort hingeschleppt (lacht). Ein anderer Lieblingsort ist für mich eine Finca im Nordosten Mallorcas. Am besten eine für 20 bis 25 Personen, damit wir gemeinsam mit der ganzen Familie dort urlauben können.

Was macht dir Angst?

Es gibt viele Dinge im Leben, die mir Angst machen. Wenn meine Töchter alleine in der Weltgeschichte rumreisen, sie mit dem Auto unterwegs sind oder abends lange ausgehen. Angst, dass einer meiner liebsten Menschen schwer erkrankt. Krieg, Unterdrückung, Ungerechtigkeiten, Hungersnöte und politische Missstände in der Welt machen mir Angst. Auch die Armut im eigenen Land und die vielen aktuellen Fälle von Missbrauch und Kindesmisshandlung machen mir Angst. Und jetzt höre ich lieber auf mit der Auflistung, denn sonst bekomme ich zu große Angst vor dem, wie viel heutzutage passiert und nicht richtig läuft.

Mit wem würdest du gern mal einen Tag tauschen?

Es gibt tatsächlich keinen Prominenten, mit dem ich mal einen Tag tauschen wollen würde. Ich bin absolut glücklich und zufrieden mit meinem Leben. Aber ... ich könnte mir vorstellen, mal in die Rolle eines „Alm-Öhis“ zu schlüpfen, um mich zu erden, runterzukommen und wieder die kleinen Dinge im Leben schätzen zu wissen.

Was bedeutet für dich zu Hause?

Zu Hause ist für mich das Allerwichtigste. Und mit meinem Zuhause meine ich wirklich die Räumlichkeiten, wo ich mit meiner Familie lebe. Ich bin beweglich wie eine Bahnschranke und wohne daher schon Ewigkeiten an ein und der gleichen Stelle. Zu Hause ist da, wo Familienleben stattfindet. Dort, wo man gemeinsam isst, über alles spricht, wohin Freunde zu Besuch kommen und man Feste feiert.

Das letzte Wort hast du …

Ich glaube, ich habe jetzt schon viel mehr von mir preisgegeben, als ich es zu Beginn tun wollte. Wichtig ist, immer ein gutes Vorbild für seine Kinder zu sein in allen Belangen – und Zeit für sie zu haben!

Wohnzimmertheater der Libelle

Sonja Martin im Wohnzimmertheater:

Samstag, 25.07.2020, 10.00 Uhr
 

Tags: Interview , Porträts , Siebeneinhalb Fragen , Wohnzimmertheater

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