Stadtgeschehen

Lockdown im Januar

Libelle · 21.01.2021

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Welche Regeln gelten ab Montag, 11. Januar in NRW? Der Lockdown wird verschärft und verlängert. Schulen bleiben geschlossen, Kitas laufen im „Pandemie-Betrieb“.

Auch in den nächsten drei Wochen sollen Menschen möglichst zu Hause bleiben und ihre Kontakte auf das absolut notwendige Minimum beschränken. Weiterhin bleiben Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen und viele Geschäfte geschlossen. Die Schulen „starten“ nach den Ferien in den Distanzunterricht, die Kitas fahren im „eingeschränkten Pandemie-Betrieb“. Das alles gilt zunächst bis 31. Januar 2021. Am 25. Januar wollen Bund und Länder entscheiden, wie es ab dem 1. Februar weitergehen soll.

Ziel des Lockdowns

Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfizierten soll auf unter 50 fallen, damit die Gesundheitsämter wieder jeden einzelnen Fall verfolgen und die Infektionsketten unterbrechen können. Die Krankenhäuser und Intensivstationen sollen entlastet und Mutationen des aktuellen Coronavirus rechtzeitig erkannt werden. Der Lockdown soll eine Kontrolle über die Pandemie ermöglichen, sodass die Gesellschaft bis zum Erfolg der Impfkampagne im Idealfall mit deutlich weniger Einschränkungen in Bildung, Wirtschaft und Privatleben auskommt. 

Noch weniger Kontakte

Bis jetzt waren Treffen von zwei Haushalten mit insgesamt bis zu fünf Personen erlaubt. Nun sind private Zusammenkünfte nur noch mit einer weiteren Person erlaubt, die nicht im eigenen Haushalt lebt. Achtung: Die bisher geltenden Ausnahmen für Kinder unter 14 Jahren gibt es nicht mehr! Zwei Kinder dürfen also kein weiteres Kind zu Hause besuchen, zwei Paare sich nicht zum gemeinsamen Essen verabreden.

Aktualisierung 08.01.2020 // Laut ab 11.01. geltender Coronaschutzverordnung NRW darf bei Treffen von zwei Haushalten die Person aus dem anderen Haushalt ihre Kinder mitbringen, auch wenn sie über 14 Jahre alt sind.

15 Kilometer Bewegungsradius

Bewohner in Kreisen oder kreisfreien Städten mit einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern dürfen sich nur noch in einem Radius von 15 Kilometern um ihren Wohnort bewegen. Ausnahmen gibt es nur bei triftigen Gründen, zum Beispiel, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. Ein Tagesausflug in die Natur stellt keinen triftigen Grund dar. Der Umkreis bezieht sich auf die Orts- oder Stadtgrenze, nicht auf die individuelle Anschrift.

Aktualisierung 08.01.2021 // In die neue Coronaschutzverordnung NRW wurde die zwingende 15-Kilometer-Regelung für Hotspots nicht aufgenommen. Städte und Kreise können bei einer Inzidenz über 200 selbst entscheiden, ob und wie sie den Bewegungsradius der Menschen einschränken.

Kitas im „Pandemie-Betrieb“

Die Kitas in NRW werden ab Montag (11. Januar 2021) in einen „eingeschränkten Pandemie-Betrieb“ gehen, sie bleiben aber grundsätzlich geöffnet. Betreuung wird es landesweit nur in festen Gruppen geben. Die Betreuungszeiten werden um jeweils zehn Stunden gekürzt. Familienminister Joachim Stamp (FDP) appellierte an Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Schulen gehen auf Distanz

Der Präsenzunterricht in NRW wird bis zum 31. Januar 2021 ausgesetzt. Der Unterricht findet grundsätzlich für alle Jahrgangsstufen als Distanzunterricht statt, auch in Abschlussklassen. Soweit die Umstellung auf Distanzunterricht weitere Vorbereitungszeit erforderlich macht, sind bis zu zwei Organisationstage möglich, sodass der Distanzunterricht spätestens ab dem 13. Januar 2021 stattfindet. Bis zum 31. Januar werden keine Klassenarbeiten und nur in Ausnahmefällen Klausuren geschrieben. Die Teilnahme am Distanzunterricht ist verpflichtend und wird bewertet.

Notbetreuung in Schulen

Alle Schulen bieten ab Montag ein Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 an, die nicht zu Hause betreut werden können oder bei denen eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Während der Betreuungsangebote in den Schulen findet kein regelhafter Unterricht statt, die Schüler*innen sollen aber dabei unterstützt werden, am Distanzunterricht teilzunehmen. Weitere Infos findest du beim Schulministerium NRW.

Kinderkrankengeld verlängert

Das Kinderkrankengeld soll 2021 für zehn zusätzliche Tage pro Elternteil oder 20 Tage bei Alleinerziehenden gewährt werden. Der Anspruch soll auch dann gelten, wenn die Betreuung des Kindes zu Hause notwendig ist, weil Schulen oder Kitas wegen Corona geschlossen sind. Das Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege ihres kranken Kindes nicht arbeiten gehen können. Details zu den Konditionen und der praktischen Abwicklung der Kinderkrankengeld-Regelung stehen noch aus.

Homeoffice möglich machen

Betriebskantinen sollen geschlossen bleiben, wo immer die Arbeitsabläufe das zulassen. Außerdem werden Arbeitgeber*innen dringend gebeten, großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen.

Überblick über Geschäfte und Freizeitstätten

Wie im bisher geltenden Lockdown dürfen Geschäfte für den täglichen Bedarf dürfen öffnen. Das sind

  • Lebensmittel-Einzelhandel, -Wochenmärkte, -Direktvermarkter für Lebensmittel
  • Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte
  • Reformhäuser, Drogerien, Apotheken, Sanitätshäuser, Optiker und Hörgeräteakustiker
  • Babyfachmärkte
  • Tankstellen, Kfz-Werkstätten und Fahrradwerkstätten
  • Banken, Sparkassen und Poststellen
  • Reinigungen und Waschsalons
  • Zeitungsverkauf
  • Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte
  • Großhandel

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe müssen geschlossen bleiben. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapie sowie Fußpflege sind weiter möglich.

Veranstaltungen und Freizeitstätten, die der Unterhaltung, dem Sport und der Freizeit dienen, sind deutschlandweit weitgehend verboten. So sind Theater, Opern oder Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Zoos und Spielhallen geschlossen. Gleiches gilt für Schwimmbäder und Fitnessstudios.

Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Ausgenommen sind die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.

Spielplätze bleiben geöffnet. Es besteht aber Maskenpflicht für Erwachsene und für Kinder ab dem Grundschulalter – unabhängig von der Einhaltung des Mindestabstands!

Bildung: Was sich ändern muss

Vorschläge und Ideen, wie Schulen fitter durch die Pandemie kommen könnten, findest du in einem weiteren Libelle-Beitrag.

Tags: Januar 2021 , Lockdown

Kategorien: Gesundheit , Stadtgeschehen