Schwangerschaft

Schwanger – und jetzt?

Isabella Lacourtiade · 17.04.2020

Kreißsaalführungen als Webinar. Foto: Frank Elschner

Kreißsaalführungen als Webinar. Foto: Frank Elschner

Das Coronavirus und die geltende Kontaktsprerre verändert gerade unser aller Leben. Was bedeutet das für Schwangere und die anstehende Geburt? Wie können sie sich bestmöglich darauf vorbereiten?

Die Geburthilfe steht aktuell vor ganz neuen Herausforderung. Gerade in der besonderen Zeit der Schwangerschaft war die persönliche Nähe ein wichtiger Faktor für Frauen. Ob die Begleitung durch eine Vorsorgehebamme, der Geburtsvorbereitungskurs mit dem Partner, der wöchtentliche Termin zum Schwangerschaftsyoga mit anderen werdenden Mamis oder die Kreißsaalbesichtungen zur Wahl des Geburtsortes - das alles ist gerade nicht möglich. Doch herausfordernde Situationen lassen viel Neues entstehen. Zahlreiche Kursleiterinnen, Hebammenpraxen und Geburtskliniken haben sich umgestellt oder sich gerade in der Vorbereitung und möchten den Schwangeren so viel Nähe und Begleitung wie möglich mitgeben - auf virtuelle Art. So finden nun Geburtsvorbereitung, Yogaeinheiten und Kreißsaalbesichtigungen einfach und bequem als Live-Stream am Bildschirm zu Hause statt. Laut einer akutellen Einigung übernehmen viele Krankenkassen die Kosten für digital durchgeführte Hebammenleistungen erstmal bis Mitte Juni.


Virtuelle Kreißsaalführung
„Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“ so leitet Patricia Meckenstock, leitende Hebamme und pflegerische Abteilungsleitung die neu erstellte Kreißsaal Video-Tour für werdende Eltern ein, die die Geburtsklinik des Florence-Nightingale-Krankenhauses kennenlernen möchten. Wer seine Fragen rund um die Geburt direkt klären möchte, kann sich zum entsprechenden Webinar online anmelden. Auch die Uniklinik Düsseldorf bietet seit Mitte März Infoabende und Kreißsaal-Führungen immer Dienstag um 18 Uhr als Online-Webinar an. Diese sind eine gute Möglichkeit, um sich über die Abläufe und die Atmosphäre vor Ort zu informieren. Die Hebammen des Geburtshauses auf der Achenbachstraße laden ebenfalls zum kostenfreien Online-Webinar, das die Infoabende im Haus ersetzt.
Für die Anmeldung zur Geburt ist bei den Geburtskliniken übrigens keine persönliche Vorstellung mehr möglich. Es wird um eine telefonische Anmeldung oder eine Anmeldung per E-Mail oder Anmeldeformular auf der Webseite gebeten.

Geburt und Nachsorge
Derzeit dürfen werdende Mütter in allen Düsseldorfer Geburtskliniken weiterhin von einer Begleitperson in den Kreißsaal begleitet werden, die keine Krankheitssymptome hat. Das EVK bieten Schwangeren, die mit Erkältungssymptomen in die Klinik kommen, einen vorbereiteten Raum zur Entbinung. Zusätzlich steht ein separater Kreißsaal für Mütter mit Verdacht auf Covid-19 bereit, in dem die Patientinnen auch entbinden können. Ein Besuchsverbot gilt allerdings für die Wöchnerinnenstation aller Geburtskliniken, es sei denn, ein Familienzimmer kann bereitgestellt werden. Die insgesamt ruhigere Atmosphäre auf der Station hat aber auch ihr Gutes. Das EVK beispielsweise berichtet von Schwangeren, die jetzt eine intensivere und ruhigere Wochenbettphase erleben. Viele Wöchnerinnen genießen die Zweisamkeit mit ihrem Baby, was sich auch sehr positiv auf das Stillen auswirkt. Gerade in diesen unsicheren Zeiten ist der intensive und nahe Kontakt von Neugeborenem zu Mutter oder Vater als Basis für eine sichere Eltern-Kind-Bindung sehr wichtig.
„Aufgrund der aktuellen Situation legen wir werdenden Eltern ans Herz, sich mit der Möglichkeit einer ambulanten Geburt zu beschäftigen. In diesem Fall begleiten wir die Geburt in unserem Kreißsaal. Ist das Kind zur Welt gekommen, verbleiben die Eltern mit dem Neugeborenen für vier bis sechs Stunden im Kreißsaal. Während dieser Zeit führt der Kinderarzt die U1-Untersuchung durch, alle notwendigen Blutabnahmen und Kontrollen finden parallel statt. Danach kann die junge Familie nach Hause gehen," erläutert Patricia Meckenstock, leitende Hebamme am Florence-Nightingale-Krankenhaus. Zur Nachsorge am 3. Lebenstag geht es dann ans Sozialpädiatrischen Zentrum der Klinik an der Geschwister-Aufricht-Straße, wo ein Kinderarzt und eine Hebamme die Untersuchungen durchführen. Auch bei der Stillberatung sind die Kliniken erfinderisch und helfen aktuell telefonisch weiter. So findet die Stillambulanz des Marien Hospitals bis auf weiteres nur telefonisch statt. Jeden Donnerstag von 10 bis 13 Uhr sind die Stillberaterinnen der Klinik unter der Telefondurchwahl 0211-4400 7047 erreichbar.

Tags: Geburtsvorbereitung , hypnobirthing , Schwangerschaft

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