Nachhaltigkeit

Mit Sparplan vorsorgen

Tanja Römmer-Collmann · 26.11.2020

© Krakenimages.com – AdobeStock

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Sparen funktioniert auch ohne hochkomplexe Produkte aus der Finanzwelt. Wichtig ist, früh damit zu beginnen und dran zu bleiben.

Ein kleines finanzielles Polster ist ungemein wichtig – Familien wird dies in der Coronazeit, wenn das regelmäßige Einkommen plötzlich auf der Kippe steht, besonders bewusst.

Wer Geld sparen möchte, muss Geld sparen. So einfach ist das. Aber durch oft undurchschaubare Angebote – megakomplex aufgebauscht durch Experten – halten viele Menschen Gelddinge für schrecklich kompliziert und anstrengend. Dabei müsste man ja eigentlich … dieses Jahr wirklich endlich mal … schon allein für die Ausbildung der Kinder … Kurz und schmerzlos gilt wie eh und je: Zeit ist Geld. Zum einen sammelt sich umso mehr Geld fast wie unbemerkt an, je früher wir damit anfangen, etwas zurückzulegen. Auf der anderen Seite jedoch verliert das Geld in der Regel über die Jahre an Wert – die Lebenshaltungskosten steigen und der einzelne Euro ist weniger wert. Deshalb lächelt die Welt über Omas Sparstrumpf – und deshalb treten all diese Finanzberater auf den Plan, um unser Geld wie durch Zauberhand zu vermehren. Aber: Das Geld auf dem Sparkonto ist ja trotz Inflationsverlust dennoch etwas wert und bildet den Grundstock für jede Geldanlage.

Fünf-Punkte-Plan für den Einstieg in die finanzielle Vorsorge für Familien

KRISEN AUSSITZEN Vielleicht 25 Euro im Monat. Oder 35. Oder bei besonderen Gelegenheiten auch mal 100 Euro zurücklegen. Das ist auf jeden Fall der erste Schritt. Und wenn es wie in früheren Jahren gute Zinsen gäbe, wäre dieser Text jetzt schnell zu Ende erzählt: Festgeldkonten, Bundesschatzbriefe – feste Geldanlagen mit um die fünf Prozent Zinsen sicherten lange Zeit das Geld gegen den inflationären Verfall. Heute aber müssen wir einen Schritt weiter gehen und uns mit einem bösen Wort auseinandersetzen: dem Risiko. Pfui! Da schrecken viele zurück. Verständlich. Aber wieder kommt die Zeit zur Hilfe: Je langfristiger eine vernünftige Geldanlage läuft, desto weniger abhängig ist sie von unruhigen Zeiten an der Börse und kurzfristigen Kursschwankungen – jedenfalls solange Welt und Wirtschaft nach dem Prinzip Wachstum funktionieren. Also: Anders als vielleicht sonst im Leben ist das geduldige Aussitzen jeglicher Krisen beim Geldanlegen eine Tugend …

IN EINEN FONDS EINSTEIGEN Aber was ist für den Laien der richtige Einstieg in die Welt der Finanzprodukte? Gemeinhin werden Indexfonds, auch Exchange Traded Funds, kurz ETFs genannt, als besonders verbraucherfreundlich empfohlen. Denn: Sie „bauen“ die Aktienindizes, die uns täglich in den Nachrichten vorgebetet werden, einfach nach. In einem ETF, der beispielsweise dem Dax entspricht, sind also Aktien genau der Unternehmen versammelt, die auch für den Dax herangezogen werden. Fliegt dort eins raus, wird auch der Fonds entsprechend angepasst. Dieser Automatismus bei der Zusammenstellung spart ganz ordentlich Manager- und Verwaltungsgebühren und verspricht (langfristig) gute Renditen. Um den richtigen Indexfonds bei der passenden Bank zu finden, ist es allerdings nötig, einmal ins Detail zu gehen und ein paar Abende lang Prospekte, Internetseiten und Verbrauchertipps zu durchforsten – aber das machen wir doch eigentlich auch, wenn wir den nächsten Urlaub planen, oder?

SPARPLAN EINRICHTEN Im nächsten Schritt muss dann ein Depotkonto eröffnet werden. Damit regelmäßig Geld vom Girokonto ins Depot fließt, genügt ein Dauerauftrag. Für den stetigen Kauf der Fondsanteile, was ja ein Börsengeschäft ist, brauchen wir allerdings die Bank als Dienstleister. Um für Depot und Sparplan nicht unnötig Gebühren zu zahlen, bietet es sich an, das ganze Vorhaben mit zwei bis drei Banken theoretisch durchzuspielen. So kann es zum Beispiel günstiger sein, nicht jeden Monat, sondern immer erst nach Zusammensparen einer etwas größeren Summe den Sparplan zu aktivieren. Im letzten Schritt müssen wir uns über die Steuererklärung Gedanken machen und die – zugegeben auch wieder lästigen – Stichworte wie Abgeltungssteuer, Freistellungsauftrag, Nichtveranlagungsbescheinigung (falls das Depot auf das nicht verdienende Kind läuft) abarbeiten. Geschafft! Einmal so weit eingefädelt, sollte die finanzielle Vorsorge nun über die Jahre praktisch von allein weiterlaufen.

RISIKO STREUEN Wer Spaß an der Sache bekommen hat und gut im Sparen ist, kann seine Investitionen streuen, zum Beispiel einen weiteren Fonds anschaffen und damit das Risiko weiter senken. Oder warum nicht etwas Silber oder Gold für die Kinder einlagern? Auch Aktien vom Lieblings-Bekleidungslabel oder einer Automarke der Wahl sind möglich – allerdings deutlich risikoreicher als der Fonds. Ganz wichtig: Die gewählten Produkte sollten grundsätzlich verständlich und durchschaubar sein. Lebensversicherungen und Bausparverträge haben zwar oft niedliche Namen wie „Biene Maja“ oder „Mickey Maus“ – aber das Kleingedruckte hat es in sich. So mancher Kunde merkt zu spät, dass er die ersten zwei, drei Jahre hauptsächlich Gebühren zahlt und später vollkommen unflexibel ist, was die Auszahlungen angeht. Verständlicherweise haben Bank, Fonds und Versicherung für die Aufbewahrung und Anlage unseres Geldes ein Honorar verdient – aber dies sollte transparent und der Sache angemessen sein.

MIT DER ZUKUNFT RECHNEN Zum Schluss das Rechenexempel: Wer ab der Geburt des Kindes 25 Euro monatlich in einen Sparplan investiert, der mit durchschnittlich fünf Prozent Rendite über die Jahre läuft, kann dem Kind nach 20 Jahren mit satten 10.000 Euro den Start ins eigene Leben zumindest erleichtern. Vorgesorgt heißt ja nicht ausgesorgt. Nur wer sich realistische Ziele setzt, bleibt gelassen.

Schlau kalkuliert – finanzielle Vorsorge

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Tags: Finanzen , Finanzielle Vorsorge , Sparplan Familie

Kategorien: Stadtgeschehen , Nachhaltigkeit