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Queen of Katwe

Tina Adomako · 18.04.2017

© Disney Enterprises Inc., Edward Echwalu

© Disney Enterprises Inc., Edward Echwalu

Disney mal ganz anders: Der sehr sehenswerte Film Queen of Katwe zeigt, wie sich für ein Mädchen aus einem ugandischen Slum ungeahnte Möglichkeiten eröffnen, weil sie eine erstklassige Schachspielerin ist.

Oftmals sind die erstaunlichsten Kinogeschichten die Geschichten, die das wahre Leben schreibt. Wie diese von einem Mädchen, das mit seiner Gabe fürs Schachspielen den Weg aus der Armut in eine bessere Zukunft schafft. Phiona Mutesi lebt mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern in einer ärmlichen Behausung in Katwe, einem großen Slum am Rand der ugandischen Hauptstadt Kampala. Wer hier landet, hat vom Leben nichts zu erwarten. Obwohl Phionas Mutter sich täglich abrackert, reicht das Geld vorn und hinten nicht. Nicht fürs Schulgeld, kaum fürs Essen. Als Phiona eines Tages die Suppenküche von Robert Katende besucht, der die Kinder im Slum mit Essen versorgt, bekommt sie nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern sieht zum ersten Mal in ihrem Leben zwei Schachspieler. Robert ermutigt sie, das Spiel kennenzulernen und erkennt bald, dass sie ein besonderes Talent dafür hat.

Während Phionas Mutter ihr davon abrät, große Träume zu haben, weil diese niemals in Erfüllung gehen, spornt Robert sie an, ihr Spiel zu perfektionieren. Allen Widrigkeiten zum Trotz schafft es das Mädchen aus dem Slum bis an die Spitze des Schachsports. Mit elf Jahren wird sie Juniormeisterin, mit 15 nationale Meisterin und am Ende fährt sie sogar zur Schacholympiade nach Sibirien. Der Film, der vor Ort in Uganda gedreht wurde, zeigt, wie Millionen von Kindern auch heute noch im globalen Süden leben und wie wenig Chancen sie haben. Doch gleichzeitig macht der Film Mut. Am Beispiel von Phiona sehen wir, wie resilient Kinder sind. Disney verzichtet erstaunlicherweise auf die üblichen exotischen Bilder, die oft mit Erzählungen über Afrika einhergehen. Hier gibt es keine roten Sonnenuntergänge, keine Giraffen, die durch die Steppe staksen. Der Film bleibt sehr nah an der Wirklichkeit, zeigt, wie der Alltag in einem Slum aussieht, zeigt aber auch, wie der feste Glaube an eine Sache das Abrutschen in die Hoffnungslosigkeit verhindert. Ein herrlich Mut machender Film, den ich für einen Kinobesuch mit der ganzen Familie empfehle. (ado)


 

Kinostart: 20. April
Regie: Mira Nair
Mit: Madina Nalwanga, David Oyelowo, Lupita Nyong’o, Martinkabanza, Taryn Kyaze Ivan Jacobo u. v. a.
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung, Libelle-Empfehlung: für die ganze Familie

Tags: Kino

Kategorien: Kultur , Lesen Hören Sehen