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Maikäfer flieg

Tina Adomako · 25.04.2017

© Karma Films

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"Maikäfer flieg" ist mitnichten ein schrecklich trauriger Kriegsfilm. Trotz Trümmerbergen und Armut lebt die neunjährige Christine ihr Leben gern und geht mit kindlicher Neugier sogar auf russische Soldaten zu.

Nach einem Volkslied hat Christine Nöstlinger ihr Buch aus dem Jahr 1973 betitelt, in dem sie ihre Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und die ersten Wochen der Nachkriegszeit schildert. Der autobiografische Roman liefert die Vorlage für den Film „Maikäfer flieg“. In einem ganz selbstverständlichen Ton erzählt die neunjährige Christine vom Krieg und den Wochen danach. Als ihr Zuhause ausgebombt wird und die Familie ihr ganzes Hab- und Gut verliert, kommt sie in einer ehemaligen Nazi-Villa unter. Hier haben sich zu Kriegsende auch russische Soldaten einquartiert. Die Soldaten gelten als grausam und werden von allen gefürchtet, nur Christine hat keine Angst vor ihnen und freundet sich sogar mit dem Koch an. Mit kindlicher Neugier und Offenheit beobachtet die Neunjährige die Geschehnisse um sie herum. Während den Erwachsenen die Gräuel des Krieges in den Knochen hängen, streift Christine die Schrecken ab. Das Leben ist, wie es ist. Trotz Trümmerbergen und Entbehrungen sieht das Kind auch das Heitere, die Hoffnung, das Leben im Jetzt. Und so ist dieser Film traurig und zuversichtlich zugleich, denn er zeigt, dass auch in schlimmsten Zeiten Freude und Menschlichkeit möglich sind. 

Kinostart: 27. April
Regie: Mirjam Unger
Mit: Zita Gaier, Ursula Strauss, Gerald Votava, Paula Brunner, Krista Stadtler, Hein Marecek, Bettina Mittendorfer, Lino Gaier u. v. a.
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung, Libelle-Empfehlung: ab 12 J.

Tags: Kino

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