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Buch zum Wischen

Tanja Römmer-Collmann · 06.02.2017

© Stiftung Lesen

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Mittlerweile gibt es zahlreiche Bilderbuch-Apps, die sich zum Vorlesen eignen. Wichtig ist, dass die interaktiven Elemente gut in die Geschichte eingebunden sind und die Technik nicht zu sehr vom Inhalt ablenkt.

Schon die allerkleinsten Kinder wischen auf dem elterlichen Tablet hin und her. Manch einen beschleicht bei diesem Anblick der Verdacht: Wie können wir diese Kinder noch für Bücher begeistern? Die Stiftung Lesen geht  in die Offensive und nutzt die Faszination, die die digitalen Medien nun mal unweigerlich auf Kinder ausüben, für ihre eigenen Zwecke: nämlich zur Leseförderung von Anfang an. "Die Meinung, Bücher seien gut und digitale Medien schlecht, ist weit verbreitet", beobachtet Sigrid Fahrer, Leiterin der Abteilung Digitale Strategie, "wir dagegen werben für die Gleichberechtigung der Zugänge und sehen in Büchern wie digitalen Medien Verbündete der Leseförderung." Vorlesen mit Apps - und wie geht das konkret? Die Stiftung stellt dazu einen sehr anschaulichen Leitfaden zur Verfügung. Geeignete Apps finden Eltern auf Internetplattformen oder in den App-Stores der Geräte. Darunter sind digital neu aufbereitete Märchen oder klassische Buchgeschichten ebenso wie Apps mit neuen Figuren, von denen zum Beispiel der kleine Seemann Fiete sogar schon den Sprung von der App in die Buchform geschafft hat. "Am besten probieren die Eltern die ausgewählte App erst einmal allein aus", empfiehlt Fahrer. Wichtig vor allem für kleine Kinder sei, dass inhaltlich eine Geschichte transportiert werde und die interaktiven Elemente - drücken, wischen, schütteln ... -  sinnvoll darin eingebunden seien. Eine Vorlesestimme als Ersatz des realen Vorlesers, Mitlesemarkierungen als Erleichterung für Erstleser und eine musikalische Untermalung sind weitere typische Funktionen von digitalen Bilderbüchern. Nach Möglichkeit sollte die App offline laufen, um unerwünschte Verbindungen zum Internet oder gar Werbung unterbinden zu können. "Im nächsten Schritt entdecken Kinder und Vorleser die App dann gemeinsam", erklärt Sigrid Fahrer. "Dabei ist es wichtig, dass der Vorleser die dargebotene Geschichte in den Mittelpunkt stellt und im Gespräch mit dem Kind nicht zu sehr die Technik im Vordergrund steht." Auf diese Weise vertiefen sich Vorleser und Kind in den Lesestoff und entdecken neue Welten für sich. Es habe sich gezeigt, dass gerade Väter und lesefaulere Kinder mit den Apps einen interessanten Zugang zum gemeinsamen Lesen finden können. Und spätestens das ist ganz im Sinne der Stiftung Lesen!

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Tags: App , Ratgeber , Stiftung Lesen

Kategorien: Erziehung , Lesen Hören Sehen