Kultur

Freundschaft inklusive

Katja Köder · 21.03.2017

© Sebastian Hoppe

© Sebastian Hoppe

Welche Schwierigkeiten die Inklusion mit sich bringen kann, zeigt das Verhältnis von Hannes und dem gehandicapten Vincent in einer Schulklasse. Ein Stück über Freundschaft, Zusammenhalt und Tapferkeit.

Zur Uraufführung eines Stücks, dessen Autor bereits mit dem Deutschen Kinderhörspielpreis und dem Mülheimer KinderStückepreis ausgezeichnet wurde, lädt das Junge Schauspielhaus diesen Monat: Thilo Refferts Stück Mr. Handicap handelt von Vincent, einem Jungen mit angeborener Gelenksteife, der aus einer normalen Klasse eine "I (wie Inklusions)-Klasse macht. Auf Mitschüler Hannes wirkt die "I"-Klasse allerdings mehr wie eine "U"-Klasse – "U" wie ungerecht. Denn immer dreht sich alles nur um Vincent und seine Besonderheiten. Es gibt Schwierigkeiten. Und diese enden mit einem Schlag – einem körperlichen. Ins Gesicht hat Hannes Vincent geschlagen. Jetzt drohen ernste Konsequenzen. Zu allem Übel soll nun auch noch Vincent am Wochenende zum Spielen zu Hannes kommen … Na toll! "Was sagen die Kinder, die ja betroffen sind, zu den Entscheidungen Erwachsener, Gehandicapte mit Gesunden zusammenzubringen?" Das interessiert Kirstin Hess, Dramaturgin am Jungen Düsseldorfer Schauspielhaus. "Als die UN 2001 das Inklusions-Abkommen ratifiziert hat, das seit einigen Jahren auch in Deutschland bindend ist, waren alle dafür. Aber die Probleme wurden ungelöst durchgereicht zu den Schulen", sagt Kirstin Hess. "Wie funktioniert Inklusion eigentlich?" Lehrer, Klassengröße, Finanzen - das alles spiele eine Rolle. Bei Mr. Handicap geht es am Ende aber um weit mehr als um Vincents Behinderung: Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und Tapferkeit.

MR. HANDICAP Uraufführung, Sa., 25.03., 18 Uhr, ab 9 J., Junges Schauspielhaus, Münsterstr. 446, Düsseldorf-Rath, dhaus.de

Tags: Theater

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