Gesundheit

Mit Yoga Stress loswerden

Isabella Lacourtiade · 31.03.2020

© Privat

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Zeit für Yoga: Die Kinderärztin und Yogalehrerin Johanna Havran aus Unterbach erzählt, warum Yoga gerade auch Kindern guttut.

„Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist", so formuliert es der indische Yogameister Patanjalis. Diesem weisen Spruch folgt auch die Yogalehrerin, praktizierende Kinderärztin und zweifache Mutter Johanna Havran aus Düsseldorf. Uns erzählt sie, was Yoga so besonders macht und warum es gerade Kindern guttut.

Yoga wird bei Erwachsenen immer beliebter. Neben dem guten Körpergefühl nach einer Kursstunde, ist es für viele ein besonderer Moment zur Entspannung. Können auch Kinder davon profitieren?
Johanna Havran: Auf jeden Fall! Das Besondere am Yoga ist das gezielte Entspannen nach der Anspannung. Eine gute Yogaeinheit besteht aus körperlicher Aktivität, speziellen Atemübungen und einem aktiven Entspannungsteil. Diese drei Einheiten sorgen für das besondere Körpergefühl, dass sich durch Yoga einstellt. Von Yoga profieren viele Kinder, denn viele atmen „falsch", also in den Brustraum hinein und nicht in den Bauch. Als Kinderärztin erlebe ich das oftmals bei jungen Mädchen. Eine gesunde Bauchatmung, wie sie Yoga lehrt, hilft, sich zu beruhigen und gibt uns eine bessere Konzentrationsfähigkeit.

Was unterscheidet Yoga für Kinder vom Yoga für Erwachsene? Welche besonderen Vorteile hat Yoga für Kinder?
Johanna Havran: Erwachsenen-Yoga unterscheidet ob die einzelnen Übungen gehalten werden oder im Fluss ausgeführt werden. Beim Yoga für Kinder geht es weniger um eine bestimmte Art oder Schule, sondern darum, dass der Yogalehrer die Übungen kindgerecht dem Alter anpasst und die Kinder spielerisch an die Bewegungen heranführt. Er kann zum Beispiel eine entsprechende Geschichte erzählen, in der ein Baum vorkommt und die Kinder führen diesen dann aus. Auch das Visualisieren, wie es bei Phantasiereisen gemacht wird, funktioniert bei Kindern sehr gut. Toll sind auch Spiele wie „Yoga-Memory", bei dem zwei Kinder aus der Gruppe die gleiche Asana machen. Oder man denkt sich gemeinsam Phantasienamen für Übungen aus. Bei den Atemübungen kommen beispielsweise Wattebällchen oder Papierschiffchen zum Einsatz, die man hin- und herpustet. Generell gilt es beim Kinderyoga wenig zu korrigieren. Kinder lernen gut durch zeigen, abschauen und mitmachen. Im Entspannungsteil macht der Yogalehrer dann eine kleinen Meditation oder eine Traumreise. Die Schüler legen sich hin, schließen die Augen und folgen einer Geschichte oder Klangreise. Das Runterkommen und die Entspannung zum Ende eines Kurses sind enorm wichtig. Einige Kinder finden das vielleicht langweilig, aber gerade diesen tut die Entspannung oftmals sehr gut. Sie erfahren dabei, wie sie zur Ruhe kommen und können ihre Sorgen besser verarbeiten.

In welchem Alter können Kinder mit Yoga starten?
Johanna Havran: Es geht auch beim Yoga ums Vormachen und Mitmachen. Ein Baby kann man von Beginn an zum Rückbildungsyoga mitnehmen. Es liegt dann auf der Matte, während die Mama über ihm den herabschauenden Hund ausführt. Wenn die Kinder dann mobiler werden, ist es auch toll, wenn sie sehen, wie die Eltern zu Hause Yoga machen. Viele interessieren sich für die Bewegungen und machen sie dann selbst nach. Wenn das Kind Freude daran hat, können Eltern ab dem Kindergartenalter nach einem entsprechen Yogakurs suchen.

Vielen Dank!

Das Gespräch führte Isabella Lacourtiade.

 

Yogablog von Johanna Havran

www.johannahavran.de/yoga

Buchtipp: „Yoga für dich und dein Kind“

Von Andrea Helten
Riva-Verlag 2017
ISBN 978-3-7423-0245-8
EUR 19,99

Die erfahrene Kinderyogalehrerin und Mutter Andrea Helten hat mehr als 60 abwechslungsreiche Übungen für Eltern und Kind in einem anschaulichen Übungsbuch festgehalten. Gemeinsam kommt das Eltern-Kind-Duo hier in Bewegung, stärkt sein Körpergefühl und erlebt zudem ganz besondere Momente der Nähe – und der Spaß kommt auch nicht zu kurz!

Tags: Eltern-Kind-Yoga , Kinderyoga , Yoga

Kategorien: Gesundheit , Freizeit