Gesundheit

7 Tipps: Medizin leichter einnehmen

Libelle · 14.01.2021

© Victoria M – AdobeStock

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Viele Kinder tun sich schwer damit, einen Hustensaft oder – wenn von der Kinderärztin verordnet – ein Antibiotikum einzunehmen. 7 Tipps.

Für viele Kinder ist die Einnahme eines notwendigen Medikaments eine Qual und ihr Körper wehrt sich reflexhaft mit Würgen und Ausspucken der Medizin. Eltern sind ratlos und gestresst, denn schließlich ist es beispielsweise bei einer bakteriellen Bronchitis auch sehr wichtig, dass das Kind die erforderliche Dosis des Medikaments regelmäßig zu sich nimmt. Was tun? Die Libelle hat sieben Tipps:

1. Saft schmeckt nach mehr

Erwachsene nehmen die meisten Medikamente als Tabletten oder Kapseln ein, die unzerkaut geschluckt werden und auf diesem Weg nach fast nichts schmecken. Für Babys und kleine Kinder eignet sich flüssige Arznei besser, weil sie den Fremdkörper Tablette noch nicht schlucken können. Säfte, aber auch Tropfen, schmecken nach mehr und enthalten daher meist Zusatzstoffe, die den unangenehmen Geschmack des Wirkstoffs überdecken. Mit dem Kind in der Apotheke nachfragen, welche Geschmacksrichtung das ist und ob es eine Auswahl gibt. So fühlt das Kind sich einbezogen.

2. Mit kleinen Mengen Lebensmittel mischen

Wenn der Saft oder die Tropfen zu Hause zur Tarnung des Geschmacks noch weiter vermischt werden sollen mit einer dem Kind bekannten Flüssigkeit, ist es ratsam, auch dies vorher bei der Kinderärztin oder in der Apotheke anzusprechen. Denn nicht jedes Medikament verträgt sich mit Milchprodukten oder Fruchtsäften. Wichtig ist, dass das Kind dann aber auch die ganze Portion schafft. Also am Anfang eher kleine Mengen ansetzen und nach und nach die beste Mischung herausfinden.

3. Kalt schmeckt weniger intensiv

Am besten mit dem Kind gemeinsam überlegen, wie sich der unangenehme Geschmack am besten tarnen lässt: Eiscreme, Joghurt, Marmelade, Schokoladencreme, süßer Sirup oder Pudding können in Frage kommen. Eis hat zudem den Vorteil, dass die Kälte die Geschmacksknospen betäubt. Ebenso schmeckt der Arzneisaft kalt aus dem Kühlschrank weniger intensiv. Der gewählte Misch-Geschmack sollte zudem ganz grob zum ursprünglichen Geschmack der Arznei passen. Manchmal reicht dem Kind auch das Stück Schokolade oder ein Gummibärchen nach erfolgreicher Safteinnahme zur Geschmacksneutralisation.

4. Mess-Spritze zur Dosierung nutzen

Zur genauen Dosierung gibt es heute in den Saftpackungen Pipetten oder nadellose Spritzen mit genauen Maßangaben statt des früher üblichen Mess- oder Haushaltslöffels. Damit lässt sich die Menge genauer bestimmen. Außerdem kann die Spritze im Idealfall dazu genutzt werden, das Medikament dem Kind direkt in den Mund zu träufeln. Damit es keine Angst vor dieser „Medizinspritze“ hat, am besten vorab mit Wasser üben. Vielleicht existiert auch eine alte Dosierspritze, mit der das Kind die Situation mit einer Puppe nachspielen kann?

5. Wangen und Kinn streicheln

Bei der Einnahme sollte das Kind aufrecht sitzen. Jeweils eine kleine Menge der Arznei langsam an den Seiten des Mundes einspritzen. So wird die Zunge mit den Geschmacksknospen gemieden. Das Kind dabei an der Wange streicheln und loben. Die Schluckbewegung lässt sich mit einem sanften Streicheln unter dem Kinn fördern. Lieber nur wenig einspritzen und das Kind öfter schlucken lassen. Bei Babys kann es nützen, die Arznei vor der Mahlzeit zu geben (wenn das Medikament dafür geeignet ist): Dann ist der Hunger größer und das Baby unter Umständen schneller bereit, den Mund zu öffnen.

6. Positive Haltung und viel Lob

Mitbestimmung ist wichtig: Kinder ab zwei Jahren möchten verstehen, was mit ihnen passiert. Es hilft ihnen, wenn das Thema Medikamenteneinnahme ausführlich besprochen wird. Eltern beantworten seine Fragen am besten in altersgerechter Sprache und äußern sich insgesamt positiv zum Arztbesuch und der Medikamenteneinnahme. Das Kind darf das Medikament nicht als Bestrafung empfinden. Bei Einnahmeproblemen hilft Verständnis, Schimpfen ist kontraproduktiv. Und natürlich hat das Kind nach erfolgreicher Einnahme ein Lob, vielleicht sogar ein kleines Sammelgeschenk wie zum Beispiel Aufkleber, verdient!

7. Wenn gar nichts geht ...

Wenn Kinder Tabletten oder Kapseln einnehmen müssen, ist es nach ärztlicher Absprache eventuell möglich, die Tabletten zerkleinert einzunehmen oder die Kapseln zu öffnen und über ein geeignetes Lebensmittel zu streuen. Wenn aber gar nichts funktioniert, besprechen sich die Eltern am besten nochmal mit dem Kinder- und Jugendarzt. Zur Not kann er die Arznei vielleicht als Zäpfchen oder Kautablette verschreiben oder hat noch andere Alternativen.

Tags: Einnahme von Medikamenten , Kinder- und Jugendmedizin

Kategorien: Gesundheit , Erziehung