Gesundheit

Corona-Studie in Düsseldorfer Kitas

Aus der Redaktion · 19.06.2020

© Tetiana Ivanova– AdobeStock

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Beim Start zurück in den Kita-Betrieb ist Düsseldorf Modellstadt für eine Corona-Studie der Uniklinik. Die Vorbereitungen laufen.

Im Rahmen einer Studie der Uniklinik sollen rund 5000 Kita-Kinder in Düsseldorf vier Wochen lang regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. Nun sind die Vorbereitungen zu dieser Reihenuntersuchung mit Düsseldorfer Kita-Kindern angelaufen: Eltern erhalten in diesen Tagen über die Kitas Post von der Landeshauptstadt. Dort wird um die Einverständniserklärungen gebeten und der konkrete Ablauf geschildert. Die Teilnahme, auch für das Kita-Personal, ist freiwillig. Die Studie wird von der Universitätsklinik Düsseldorf in Zusammenarbeit mit den örtlichen Ämtern für Jugend und für Gesundheit durchgeführt. Die Schirmherrschaft hat das NRW-Familienministerium.

Ansteckungsketten früh erkennen

Die rund 5000 teilnehmenden Kita-Kinder und Erzieher*innen sollen ab dem 10. Juni – also nach dem Start in den „eingeschränkten Regelbetrieb“ der Kitas am 8. Juni – für vier Wochen regelmäßig mit Speichelproben auf das Coronavirus getestet werden. Mit Hilfe der Tests sollen Neuinfektionen schneller gefunden und Ansteckungsketten vermieden werden. „Man vermutet, dass – auch wenn Kinder das Coronavirus an andere weitergeben können – die Infektion bei ihnen selbst häufiger unbemerkt bleibt, weil sie keinen Husten, kein Fieber, keine Halsschmerzen oder Ähnliches zeigen“, heißt es im Anschreiben der Stadt an die Eltern und Kita-Fachkräfte. Die Studie wolle herausfinden, ob Kinder das Coronavirus in sich tragen, obwohl sie gesund scheinen, und ob sie das Virus etwa an ihre Eltern oder Geschwister weitergeben.

Test-Pakete für Speichelproben

Wer an der Studie teilnimmt, erhält ein Test-Paket mit acht Probengefäßen. Zweimal pro Woche soll sich das Kind dann morgens zu Hause nach dem Aufstehen mit einem Schluck Wasser den Mund ausspülen und den Inhalt im Probengefäß sammeln. Die werden dann in die Kitas mitgenommen und von dort zum Institut für Virologie der Uniklinik transportiert. Die Becherchen sind einfach zu handhaben und mit schon mit einem Strichcode für die Auswertung versehen. Die Ergebnisse werden den Eltern direkt mitgeteilt, sodass sie während des Studienzeitraums Klarheit über den Infektionsstatus ihres Kindes haben. Wird in einer Kita eine Infektion mit Covid-19 festgestellt, leitet das Gesundheitsamt natürlich auch die erforderliche Quarantäne und andere Maßnahmen ein. Parallel werden die gewonnen Daten wissenschaftlich ausgewertet. Im Juli sollen die Ergebnisse der Reihenuntersuchung dann öffentlich vorgestellt werden. Der Datenschutz ist dabei selbstverständlich. Alle persönlichen Informationen zur Identität des Kindes und der Familie werden ausschließlich am Institut der Virologie gesammelt und nach dem Ende der Studie vollständig gelöscht.

Infektion verstehen, Schutz verbessern

Familienstaatssekretär Andreas Bothe erklärt das Ziel der Testreihe: „Mit den Ergebnissen der Untersuchungen erhalten wir eine wissenschaftliche Grundlage, um unsere Schutzmaßnahmen zu bewerten, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen und Maßnahmen wo nötig weiter zu verbessern. Die Erkenntnisse werden allen Beteiligten noch mehr Handlungssicherheit im Umgang mit der Pandemie geben. Ziel ist es, die Dynamik des Infektionsgeschehens noch besser zu verstehen, damit wir die Ausbreitung des Virus so gut wie möglich eindämmen können.“ Und der Düsseldorfer Stadtdirektor Burkhard Hintzsche ergänzt: „Die Tests sind natürlich absolut freiwillig. Doch je mehr Familien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kitas sich an der Studie beteiligen, desto besser können neue Erkenntnisse über das Virus getroffen werden. Dadurch erhoffen wir uns natürlich auch, es weiter eindämmen zu können. Die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer haben in den letzten Wochen gezeigt, wie verantwortungsvoll und solidarisch sie mit diesem Thema umgehen, so dass ich sehr zuversichtlich bin, dass sich viele an dieser Studie beteiligen werden.“

Informationen der Stadt Düsseldorf zu Corona

www.corona.duesseldorf.de

Tags: Corona-Studie , Düsseldorf , Reihenuntersuchung

Kategorien: Gesundheit , Stadtgeschehen