Gesunde Familie

Beratung bei Baby Blues

Tanja Römmer-Collmann · 02.09.2021

© Drazen – AdobeStock

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Die städtische Beratungsstelle für Schwangere und Schwangerschaftskonflikte bietet Hilfe an – unter anderem auch beim sogenannten Baby Blues.

Schwangerschaft und Geburt sind Ausnahmesituationen, die Mütter und Väter emotional stark beanspruchen. Das eigene Leben steht auf dem Prüfstand, es kommt eine neue Facette zur eigenen Identität hinzu – nämlich das Elternsein. Gerade Frauen können sich zudem den psychischen Auswirkungen der enormen Hormonumstellungen nicht entziehen. Aus diesen und anderen Gründen kommen emotionale Krisen in der in der Schwangerschaft und nach der Geburt relativ häufig vor, sind aber viel zu oft ein Tabuthema.

Gründe für den Baby Blues

Hormonumstellungen, Schlafentzug, Emotionalität, Ängste und Sorgen prägen die ersten Tage und Wochen nach einer Geburt und werden oft als Baby Blues bezeichnet. Denn der Übergang zur Elternschaft geht mit weitreichenden psychosozialen und körperlichen Veränderungen einher, die von jeder Schwangeren unterschiedlich erlebt werden. Normalerweise verschwindet die leichtere Form des Baby Blues auch ohne Behandlung nach den ersten Wochen wieder und die Umstellung auf die neue Lebenssituation gelingt.

Postpartale Depression ist möglich

Es kann aber im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft beziehungsweise Entbindung in einzelnen Fällen auch zu einer behandlungsbedürftigen, depressiven Symptomatik – einer sogenannten postpartalen Depression – kommen. Schwangere und Mütter bis zum dritten Lebensjahr des Kindes können sich an die Beratungsstelle für Schwangere und Schwangerschaftskonflikte des Gesundheitsamtes Düsseldorf wenden. Speziell ausgebildete Psychologinnen und Sozialpädagoginnen begleiten Interessierte durch die Schwangerschaft und auch nach der Geburt, unterstützen sie  psychisch oder vermitteln bei Bedarf weiterführende Hilfen.

Mutter-Kind-Beziehung beeinträchtigt

Laut Aussage der Deutschen Depressionshilfe können rund zehn bis 15 Prozent der Mütter längerfristig von einer postpartalen Depression betroffen sein – umso schlimmer für sie, wenn das gesamte Umfeld erwartet, dass die junge Mutter voller Glück über das Baby ist. Typische Symptome sind zum Beispiel anhaltende gedrückte Stimmung, Interessens-, Energie- und Appetitverlust sowie Freudlosigkeit, Überforderungserleben oder unangemessene Schuldgefühle. Zu wissen, dass sich die Depression auch negativ auf die Mutter-Kind-Beziehung auswirken kann, macht es für die Betroffenen noch schlimmer – und ist ein Grund, sich Hilfe zu holen.

Möglichst früh Hilfe suchen

Durch die Coronapandemie können bei Schwangeren zudem weitere existentielle oder gesundheitliche Ängste und Unsicherheiten hinzukommen oder verstärkt werden, die das seelische Gleichgewicht zusätzlich belasten und eine postpartale Depression fördern oder verstärken. Daher rät das Gesundheitsamt Müttern, die Symptome eines deutlichen Baby Blues oder einer postpartalen Depression an sich beobachten oder anderweitig psychische Schwierigkeiten haben, sich möglichst früh professionelle Hilfe zu suchen.

Düsseldorfer Beratungsstelle für Schwangere und Schwangerschaftskonflikte

Gesundheitsamt, auch Anlaufstelle für Baby Blues oder postpartale Depression bis zum dritten Lebensjahr des Kindes

Ein zeitnaher Beratungstermin kann unter Telefon 0211.899 26 64 vereinbart werden. Darüber hinaus ist die Beratungsstelle unter der E-Mail-Adresse schwangerschaftskonfliktberatung@duesseldorf.de erreichbar.

Kategorien: Gelassen erziehen , Gesunde Familie