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Ist dein Kind bei Tiktok sicher?

Libelle · 18.03.2021

© anna pozzi – AdobeStock

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Apps wie Tiktok können eine Gefahr für die Privatsphäre und Sicherheit deines Kindes sein. Tipps für Eltern, wie die Nutzung sicherer ist.

Tiktok (oder vormals Musically) kann man wohl als größtes soziales Netzwerk für Kinder bezeichnen. Sie laden dort kurze Videoclips hoch, die sie mit Musik hinterlegen und anderweitig gestalten können. Im Sommer 2020 wurde bekannt, dass mehr als ein Drittel der 49 Millionen Tiktok-Nutzer*innen in den USA 14 Jahre oder jünger sind. In Großbritannien ist der Anteil sogar noch größer, mit mehr als 40 Prozent der Nutzer*innen unter 15 Jahren.

Auch Grundschüler*innen nutzen Tiktok

„Obwohl Tiktok für Leute ab 13 Jahren gedacht ist, schaffen es auch jüngere Kinder durchaus, die Altersbeschränkung zu umgehen und ihre Videos für die ganze Welt sichtbar zu posten. Dazu kommt dann noch, dass sie unter Umständen Zugriff auf nicht jugendfreie Inhalte erlangen”, warnt Ruby Gonzalez, Pressesprecherin bei NordVPN, einem Anbieter von Netzwerk-Sicherheitssoftware. Neben den moralischen Bedenken wegen unpassender Inhalte werfen die enorm hohen Nutzer*innenzahlen der App auch ganz konkrete Sicherheitsfragen auf. So wurde Tiktok 2019 in den USA zur Zahlung von 5,7 Millionen US-Dollar verurteilt, weil die illegale Sammlung von persönlichen Daten von Kindern unter 13 Jahren den amerikanischen „Children’s Online Privacy Protection Act“ verletzt hatte. Um also sicherzugehen, dass Kinder auf Tiktok ohne Gefahr unterwegs sind, sollten Eltern über die Risiken der beliebten App Bescheid wissen.

Gefahren der App Tiktok:

  • Obwohl die App zum Teilen und Anschauen kurzer, unterhaltsamer Videos gedacht ist, ist sie voll von umstrittenen Inhalten, wie gefährlichen Challenges und fragwürdigen Anleitungen. Ein Schönheitswahn auf Tiktok brachte zum Beispiel massenweise Videos von jungen Mädchen hervor, die mit Chemikalien versuchen, ihre Zähne weißer zu machen.
  • Die Macher*innen der App sind bemüht, unangemessene Inhalte einzudämmen, aber diese rutschen oft durch die Filter und werden nicht sofort entfernt. „Das Problem ist, dass die Kinder sehr empfänglich für Manipulationen sind, da sie zu jung sind, um die Risiken des Social-Media-Einflusses richtig abzuschätzen“, erklärt Ruby Gonzalez.
  • Soziale Medien schützen Kinder nicht vor Mobbing und Schikanen. Besonders gefährlich für Minderjährige ist die Tiktok-Funktion, Privatnachrichten von Fremden erhalten zu können. Jüngere Kinder realisieren oft nicht, dass das Chatten mit Fremden erhebliche Gefahren mit sich bringen kann und geben oft zu viel von sich preis.

So machen Eltern Tiktok sicherer:

  • Schalte die Kindersicherung auf dem Smartphone des Kindes ein, um Tiktok zur Not blockieren zu können.
  • Stelle den Account deines Kindes auf “privat”. Tiktok-Accounts sind standardmäßig öffentlich zugänglich.
  • Benutze Tiktoks „Family Pairing“-Feature, um deinen Account mit dem des Kindes zu verknüpfen, um zum Beispiel die mit Tiktok verbrachte Zeit deines Kindes zu kontrollieren.
  • Auch die Einschränkung oder Abschaltung von privaten Nachrichten über Tiktok ist eine Möglichkeit.
  • Erkundet Tiktok anfangs zusammen und kontrolliere eine Zeit lang die von deinem Kind erstellten Inhalte. Das ist sowohl förderlich für die Beziehung zum Kind als auch eine wichtige Lektion zum Umgang mit sozialen Medien.
  • Kläre dein Kind über die Gefahren eines öffentlichen Wlan-Netzwerks auf und warum man in einem solchen, zum Beispiel in Einkaufszentren, Tiktok nicht verwenden sollte.

Die Expertin

Ruby Gonzalez ist Pressesprecherin bei NordVPN, einem Anbieter von VPN-Services. VPN steht für Virtual Private Network – dabei sorgt eine aufgespielte Software für eine Netzwerkverbindung, die von Unbeteiligten nicht einsehbar ist. NordVPN wird weltweit von rund 14 Millionen Internetnutzer*innen verwendet.

Tags: Digitale Familie , Tiktok

Kategorien: Freizeit erleben , Gelassen erziehen