Freizeit

Großeltern: Nähe trotz Distanz

Libelle · 14.01.2021

© Bettina Schipping

© Bettina Schipping

7 fantasievolle Tipps eines US-Kinderarztes, wie Enkelkinder trotz des pandemiebedingten Abstandshaltens ihren Großeltern nah sein können.

Für Großeltern und ihre Enkelkinder ist das Abstandhalten nicht einfach, ist es doch die natürlichste Sache der Welt, zusammen auf dem Sofa ein Buch zu lesen, Hand in Hand spazieren zu gehen oder zusammen ein Eis zu schlecken ... Der bekannte US-Kinderarzt Dr. Harvey Karp hat sieben kreative Möglichkeiten zusammengetragen, wie Großeltern und Enkel*innen sich auch auf Distanz nahe fühlen können.

1. Eine Umarmung per Post verschicken

Dieser Tipp lädt die Kinder zum Basteln ein: Zunächst ein großes Stück Papier auf den Boden legen. Das Kind legt sich mit ausgebreiteten Armen darauf und Mama oder Papa zeichnen die Körperumrisse nach. Im Anschluss kann das Kind den Körper ausmalen. Das ist besonders für kleine Kinder eine lustige Aktivität. Am Ende das Papier zusammenfalten, mit einer Notiz versehen, dass es sich um eine Umarmung aus der Ferne handelt, und mit der Post an die Großeltern versenden.

2. Handgeschriebene Karte oder Brief

Selbst wenn die Worte falsch geschrieben sind, eine Karte oder ein Brief von den Enkeln im Postkasten erfreut Oma und Opa immer. Beim Briefeschreiben üben Kinder nicht nur die korrekte Rechtschreibung, sondern lernen dabei auch, ihre Gefühle in Worte zu fassen. Kinder, die noch nicht schreiben können, können ihren Eltern diktieren, was sie den Großeltern mitteilen möchten und den Brief mit ihrem Handabdruck „unterzeichnen“.

3. Interview mit den Großeltern

Die Großeltern haben in ihrem Leben schon viel erlebt. Oftmals wissen die Enkel jedoch gar nicht, was Oma und Opa eigentlich einmal gearbeitet haben oder wo sie aufgewachsen sind. Gemeinsam mit den Eltern können sich Kinder eine Liste interessanter Fragen über das Leben von Oma und Opa ausdenken. Anschließend spielen die Enkel Reporter und interviewen die Großeltern per Telefon oder Video-Chat.

4. Besuche vorm Balkon

Für Familien, die nahe bei den Großeltern leben, könnte ein spontaner Besuch am Gartenzaun oder unter dem Balkon, bei dem jede*r mindestens zwei Meter Abstand hält, eine schöne Überraschung sein. Auch wenn Umarmungen und Küsse nicht erlaubt sind, können sich zumindest alle für eine kurze Zeit persönlich sehen.

5. Gute-Nacht-Geschichte

Kleine Kinder lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird. Also einfach mal das Telefon oder Tablet zur Schlafenszeit mit ins Bett nehmen und Oma oder Opa die Lieblingsgeschichte vorlesen lassen. Großeltern können das Vorlesen auch als Video- oder Audio-Datei aufnehmen: Auf diese Weise können die Enkel sich ihre Lieblingsgeschichte oder einfach die Stimme von Oma oder Opa immer und immer wieder anhören.

6. Basteln, backen oder ein Brettspiel spielen – per Videotelefonie

Manche Kinder (und Großeltern!) sitzen nicht gerne vor dem Bildschirm und reden einfach nur. Stattdessen können Enkel mit Oma und Opa etwas gemeinsam machen. Mit ein wenig Planung können Kinder und Großeltern zusammen basteln, ein Brettspiel spielen und sogar backen. Dazu alle benötigten Materialien bereitstellen und Oma oder Opa übernehmen die Anleitung beim Falten, Schneiden und Kleben. Wenn Mama und Papa helfen, klappt sogar das virtuelle Plätzchenbacken.

7. Das Care-Paket

Einfach einen Karton schnappen und mit lustigen Dingen für die Großeltern füllen, zum Beispiel Omas leckere Schokokekse, die nach ihrem Rezept gebacken wurden, eine handgeschriebene Karte, ein Bild oder eine Bastelarbeit des Enkels oder andere Dinge, die für die Großeltern von Bedeutung sein könnten.

Dr. Harvey Karp

US-Kinderarzt und Experte für kindliche Entwicklung
Buchautor unter anderem von „Das glücklichste Baby der Welt“
Gründer von Happiest Baby – Technologielösungen für Eltern

 

Die Großeltern

Die Großeltern im Lauf der Zeiten

Im Titelthema der letzten gedruckten Libelle beschäftigt sich Autorin Andrea Vogelgesang mit den Großeltern und wie sie die Kernfamilie bereichern können. Wie hat sich die Rolle der Großeltern in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt und wann klappt es besonders gut mit Kindern, Eltern und Großeltern? Zum Libelle-Bericht „Die Großeltern“ geht es hier.

Zwei Großmütter im Porträt

Im Rahmen der Recherchen zum Großeltern-Thema hat unsere Autorin Andrea Vogelgesang mit den beiden Omas der kleinen Emilia gesprochen. Sie leben ganz unterschiedliche Konzepte von Großelternschaft. Eines haben sie aber auch gemeinsam: Die Liebe zur kleinen Enkeltochter. Wir stellen zwei Großmütter im Porträt vor.

Wie sagt ihr? Anrede der Großeltern

Die prosaische Ansprache Großmutter benutzt heute kaum eine*r, gängig sind dagegen Oma und Opa, Namen, die ihren Ursprung im Englischen haben von „older“ Mama and „older“ Papa. Altmodisch klingt das so: Omama und Opapa. Aani oder Naani für die Großmütter und die Großväter als Eni oder Neni sind die Schweizer Variante, da klingt der Ahne durch.

Geliehene Oma: das Modell Leihoma

Was tun, wenn die Großeltern nicht in der Nähe wohnen oder man keine (mehr) hat? Vom Angebot „Leihoma und Leihopa“ können beide Seiten profitieren: Ältere Menschen bleiben in Kontakt zu jungen Menschen und schenken wiederum Zeit, geben Erfahrungen weiter und entlasten im Alltag. Der Austausch und die Begegnungen zwischen den Generationen ist für alle wohltuend.

Hier findest du alle Informationen und Thementexte der Libelle rund um das Thema „Großeltern“.

Tags: Großeltern , Nähe trotz Distanz , Pandemie

Kategorien: Freizeit , Erziehung