Freizeit

Hexensuppe und Regenwurm: Gartenleben

Carolin Scholz · 09.04.2020

© privat

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Wer in Coronazeiten einen Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Familie Hartmann berichtet aus ihrem lieb gewonnenen Stadtgarten-Idyll.

Familie Hartmann hat nun schon im vierten Jahr einen kleinen Garten in der Nähe ihrer Stadtwohnung. Für sie ist das Gärtchen eine kleine Oase. Zum Spielen, Naschen, Entspannen und Lernen.

Lova kocht gern Hexensuppe aus gepflückten Blumen. Jojakim baut gern. Eine Rutsche für Regenwürmer zum Beispiel. Obwohl die Acht- und der Fünfjährige mit ihren Eltern in einer Wohnung in Friedrichstadt leben, können sie beide Dinge ausgiebig tun. Denn dafür müssen sie nur mit den Eltern aufs Rad steigen und ein paar Minuten in ihren Garten fahren. Familie Hartmann hat nun schon im vierten Jahr einen Nutzgarten beim Verein „Düsselblümchen“. Dort gibt es etwa 80 Gärten, die aber nicht durch Zäune, sondern durch Obstbäume abgetrennt sind. Wenn es warm genug ist, verbringt die Familie jede Woche Zeit in ihrem Garten. Bauen Obst und Gemüse an, pflegen die Beete oder entspannen in der Hängematte.

„Es ist ein anderes Aufwachsen“

„Für uns war klar, dass wir einen Garten haben wollen“, sagt Vater Simon. Er und seine Frau Denise sind auf dem Dorf aufgewachsen. Die Erfahrungen mit der Natur wollten sie auch ihren Kindern mitgeben. „Der Garten ist eine tolle Alternative zum Spielplatz“, sagt Denise Hartmann. Weil es keine Zäune gebe, könnten sich die Kinder frei bewegen und müssten nicht immer beobachtet werden. „Dort aufzuwachsen ist ein anderes Aufwachsen als in der Stadt“, sagt die Mutter.

Was angebaut wird, das entscheidet die Familie gemeinsam. „Wir haben einiges zum Naschen angepflanzt – Cocktailtomaten und Beeren zum Beispiel“, sagt Denise Hartmann. Besonders Tochter Lova liebt Erdbeeren. Außerdem gibt es Zucchinis und Gurken, Radieschen und Salat, Kartoffeln und Möhren. Am Rand des Gartens stehen außerdem ein Apfel-, ein Pflaumen- und ein Sauerkirschbaum.

Die Kinder helfen nach Lust und Laune mit. Jojakim baut gern mit Stöcken Rankhilfen. Lova pflegt mittlerweile ihr eigenes Blumenbeet – damit sie für die Hexensuppe nicht die Blumen ihrer Mutter ausrupft. Außerdem interessiert sie sich für Bienen – und hat ein kleines Bienenhotel gebaut. Für die Familie ist der Garten wie eine kleine Oase. „Ich könnte nicht in so einer Stadtwohnung wohnen, wenn ich nicht den Garten hätte“, sagt Denise Hartmann.

Rhythmus der Jahreszeiten

Die Eltern sehen aber auch, was ihre Kinder in so einem Garten lernen können. Was zum Beispiel passieren muss, bis eine Tomate reif ist. Und warum es die auch nicht immer im Supermarkt zu kaufen gibt. Auch wenn sie sich mit dem Garten im Sommer nicht selbst versorgen können, versteht auch Jojakim schon: Was wir anbauen, müssen wir nicht kaufen. Und auch der Rhythmus der Jahreszeiten werde ihnen bewusster – dass man im Winter wenig im Garten machen müsse, wie dann im Frühjahr alles sprießt. Und wie die Arbeit über den Sommer auch mal zu viel wird.

„Ich gehe gern auch mal allein zur Gartenarbeit hin“, sagt Mutter Denise. Für sie ist das Gärtnern auch ein Ausgleich neben der Arbeit. Die Eltern hoffen, diese Liebe zur Natur auch an ihre Kinder weitergeben zu können.

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Tags: Familiengarten , Kleingarten , Schrebergarten , Stadtgarten

Kategorien: Gesundheit , Freizeit , Stadtgeschehen , Nachhaltigkeit