Freizeit

Der Rat fürs Rad

Petra Baten · 08.10.2017

© Ferran Traite Soler - iStock

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Dienstwagen war einmal. Diensträder sind im Kommen. Wer mit dem Rad zur Arbeit strampelt, kann durch Bikeleasing steuerliche Vorteile nutzen.

Die Libelle erklärt das expandierende Geschäftsmodell des Bikeleasings.

Wer ein neues Auto kauft, informiert sich vorher über Finanzierungsmodelle. Schließlich zücken die wenigsten die volle Kaufsumme mal eben aus der Hosentasche. Ob mit Anzahlung oder ohne, kreditfinanziert oder geleast, alles ist möglich. Die smarte Variante ist oft ein Firmenwagen, durch den dann leider auch fette Luftverpester in erschwingliche Reichweite rücken. Doch was für Autos gilt, gilt seit 2012 durch eine Änderung im Einkommensteuergesetz auch für Fahrräder. Wer die tägliche Strecke zur Arbeit mit dem Rad bewältigt, ist nicht nur sportlich unterwegs, sondern kann seinen Drahtesel auch liebevoll in Dienstrad umtaufen. Und für Diensträder gilt, ebenso wie für Dienstwagen, die Ein-Prozent-Regelung. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, dem von seinem Arbeitgeber ein Dienstrad überlassen wird, den sogenannten geldwerten Vorteil dieses Dienstrades versteuern muss. Im Klartext heißt das, dass der Arbeitnehmer ein Prozent des Bruttolistenpreises monatlich mit versteuert und beispielsweise bei einem Bruttogehalt von 3000 Euro und einem Fahrrad-Listenpreis von 2000 Euro den Betrag von 3020 Euro versteuern muss.

Passgenaue Konzepte
Leasing-Anbieter, mit denen sich Diensträder finanzieren lassen, gibt es viele. Ob Eurobike, Businessbike, Mein-Dienstrad oder Jobrad, der Markt ist groß und ständig stoßen neue Anbieter hinzu. Als Laie den Durchblick zu behalten, ist schwierig, denn die meisten plakativ dargestellten Finanzierungsbeispiele lassen sich ohne Ausbildung als Bilanzbuchhalter ohnehin nicht nachrechnen. Unerlässlich ist daher eine Beratung beim Händler vor Ort. „Wir arbeiten mit sieben verschiedenen Anbietern zusammen“, erläutert Michael Berkel von Lucky Bike. „Unter anderem mit der Firma Jobrad, die in den vergangenen drei Jahren von 15 auf mehr als 100 Mitarbeiter expandiert hat und hervorragende Angebote für alle Seiten liefert - Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder Selbstständige.“ Oft ist der richtige Vertragspartner schon gefunden, weiß Berkel. „Bei großen Unternehmen bestehen bereits Verträge mit Leasingpartnern. Fahrradkunden, die für kleine oder mittelständische Betriebe arbeiten, wenden sich an uns und wir nehmen für sie Kontakt zu einem Leasingpartner auf, der dann ein Angebot für ihr Unternehmen erstellt.“

Rundum sorglos
Die Verträge, die für das Bikeleasing geschlossen werden, umfassen meist nicht nur das Dienstrad, sondern beinhalten ein Set, bis hin zum Rundum-sorglos-Paket, das Versicherung, Schloss, Wartung und Verschleiß miteinschließen kann. Wer ansonsten für die Wartungskosten aufkommt, ist abhängig vom Vertrag und Sache des Arbeitgebers, des Arbeitnehmers oder eine Mischkalkulation. „Es gibt mitunter Wartungsgutscheine, die an die Arbeitnehmer ausgegeben werden und dann bei den Händlern eingelöst werden können. Sie umfassen nicht den vollen Wert der Wartungskosten, aber einen großen Anteil“, erläutert Berkel ein Modell für die Kostenübernahme. Der Anteil der Räder, die auf diese Weise finanziert werden, wächst. „Ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Fahrradkäufe werden per Bikeleasing durchgeführt“, berichtet Berkel aus seiner Erfahrung. Dies betreffe sowohl normale Fahrräder als auch E-Bikes beziehungsweise Pedelecs. Der Mindestverkaufspreis, bei dem es mit dem Leasing losgehen kann, wird vom Leasing-Anbieter festgelegt. Beim Marktführer Jobrad sind es 749 Euro. In der Praxis sind die Summen, die ausgegeben werden, meist deutlich höher. „Der durchschnittliche Verkaufspreis für ein geleastes, normales Fahrrad liegt bei rund 1200 Euro. Bei einem E-Bike sind es etwa 2500 bis 2700 Euro“, rechnet Berkel.

So funktioniert‘s:

Leasing
Beim Bikeleasing werden auf allen Seiten Verträge geschlossen: Der Arbeitgeber schließt einen Rahmenvertrag mit dem Leasingunternehmen und einen Überlassungsvertrag mit dem Arbeitnehmer. Dieser kommt dadurch wesentlich günstiger in den Genuss eines neuen - noch dazu versicherten - Fahrrads, als es für ihn bei einem Privatkauf möglich wäre. Denn für ihn sinkt trotz der Ein-Prozent-Regelung durch den Abzug der Leasingrate das zu versteuernde Einkommen, er kann das Dienstrad nach Herzenslust auch privat nutzen und mit etwas Glück sogar noch von einem monatlichen Zuschuss seines Chefs zur Leasingrate profitieren. Und selbst die Entfernungspauschale kann er in der Steuererklärung weiterhin geltend machen. Für den Arbeitgeber ist das Modell aufgrund der geringeren Sozialabgaben attraktiv. Zusätzliche Kosten entstehen für ihn nicht und er kann ein Zeichen setzen für einen gesünderen und umweltbewussten Lebensstil.

Gehalt
Das Schlüsselwort für die Finanzierung beim Bikeleasing ist die Gehaltsumwandlung. Ein Teil des Gehalts wird in einen Sachbezug umgewandelt, indem das Fahrrad dem Arbeitnehmer zur Nutzung überlassen wird. Das zu versteuernde Einkommen sinkt um die Leasingrate.

Partner
Egal ob Radab, Lucky Bike oder ZweiRadHaus Eller, die großen Fahrradhändler in Düsseldorf bieten Bikeleasing mit verschiedenen Vertragspartnern für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Selbstständige an und finden den optimalen Anbieter für die jeweilige Situation.

Verträge
In der Regel haben die Leasingverträge eine Laufzeit von 36 Monaten, nach denen die Fahrräder für einen Restwert des Kaufpreises zum Kauf angeboten werden. Die Leasingrate beinhaltet ein Versicherungspaket. Zusätzlich kann ein Wartungsvertrag abgeschlossen werden.

Tags: Bikeleasing

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