Ausflugsziele

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Samuel Stührenberg und Jan Wucherpfennig · 09.09.2017

© KressWebdesign

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Ein gemeinsamer Besuch im Fußballstadion - der Klassiker. Vater und Sohn berichten über ihre Ausflüge zu den Spielen der Fortuna.

Fußball – der wohl beliebteste Mannschaftssport der Deutschen. Woche für Woche fiebern Klein und Groß an den heimischen Bildschirmen mit. Und schon früh möchte der Nachwuchs selbst einmal Stadionluft schnuppern. Vater und Sohn berichten über gemeinsame Ausflüge und was dabei zu beachten ist.

Bis jetzt war ich im Nordpark von Borussia Mönchengladbach und natürlich in der Düsseldorfer Esprit-Arena. Klar war ich als Fortuna-Fan öfter in der Esprit-Arena.
Wer in NRW ein Fußballspiel live miterleben will, hat die Qual der Wahl. Fünf Erstliga- und vier Zweitligastadien gibt es im Land. Hat das Kind schon einen Lieblingsverein, so sollte der erste Stadionbesuch natürlich dorthin gehen. Ist dies nicht der Fall, wählen die Eltern aus. Doch dabei ist Vorsicht geboten – der erste Stadionbesuch ist prägend. Wer nicht möchte, dass das Kind später einmal mit einem Ziegenbock auf dem Trikot herumläuft, den sollte der erste Stadionbesuch nicht in die Domstadt führen.

So ein Stadionbesuch ist etwas Tolles und Aufregendes, bei dem man viel erleben kann. Ich finde Pommes und Würstchen sind super im Stadion und gehören einfach dazu.
Klar gehören Pommes, eine Stadionwurst und ein Getränk dazu, sind aber oft recht teuer. Deshalb empfiehlt es sich, etwas Proviant mitzunehmen. Leider sind wegen der Angst vor Terroranschlägen Rucksäcke in vielen Stadien mittlerweile verboten. Gut eignen sich daher transparente Tüten. Plastikflaschen und Getränkedosen sind verboten, sie könnten als Wurfgeschosse genutzt werden – deshalb besser Getränke in kleinen Tetrapacks oder Trinkbeuteln mitnehmen. Auch Messer und Gabel sind natürlich tabu.

Faszinierend sind die Choreos und auch die eigentlich verbotenen Pyros der Ultras vor und während des Spiels.
Pyros sind natürlich offiziell verboten, leider aber nicht zu verhindern. Zumeist werden die Feuerwerkskörper jedoch nur in bestimmten Blöcken abgebrannt. Deshalb beim Kauf der Karten fragen, wo dies der Fall ist und den Kauf von Karten in unmittelbarer Nähe dieser Blöcke vermeiden. Oder gleich den Familienblock buchen.

Im Familienblock ist es ruhig und es darf dort nicht geraucht werden, während im Stehblock die Stimmung viel besser ist. Manchmal stört aber der Zigarettenrauch. Trotzdem ziehe ich den Stehblock dem Familienblock vor, weil die Stimmung im Stadion wichtig ist, und der Rauch ist verkraftbar.
Mittlerweile gibt es in fast allen Stadien sogenannte Familienblöcke. Dort gibt es ausschließlich Sitzplätze und das Rauchen ist streng verboten. Zumeist gibt es für diese Blöcke auch spezielle Angebote, sodass der Stadionbesuch für die gesamte Familie erschwinglich wird. Stimmungstechnisch können es diese Blöcke natürlich nicht mit den Stehplatzrängen aufnehmen, bieten Eltern mit jüngeren Kindern jedoch mehr Komfort, verlässlich gute Sicht und mehr Sicherheit. Feste Plätze helfen den Kindern auch, sich besser orientieren zu können. Ein Tipp für die An- und Abreise beziehungsweise fürs Stadion: Eltern können dem Kind die Handynummer auf den Handrücken schreiben - das beruhigt alle und ist im Notfall für die Ordnungskräfte sehr hilfreich.
Nervig ist, dass einige Fans vor dem Abpfiff gehen, wenn die Fortuna zurückliegt. Das sind keine richtigen Fans. Leider sind die Auswärtsfans hin und wieder lauter als wir, was sich dann nicht wie ein richtiges Heimspiel anfühlt. Meiner Meinung nach ist die schönste Art, Fußball zu gucken, live im Stadion mit Freunden zusammen – na ja, ab und zu sind auch die Eltern dabei.
Grundsätzlich dürfen sich Kinder frei in öffentlichen Räumen bewegen – dazu zählen auch Fußballstadien. Jedoch darf die zuständige Behörde nach den Paragrafen 7 und 8 des Jugendschutzgesetzes bei einer körperlichen Gefährdung von Kindern und Jugendlichen, beispielsweise durch gewaltbereite Chaoten bei einem Stadionbesuch, anordnen, dass der gastgebende Fußballverein als Veranstalter Kindern und Jugendlichen den Zutritt verwehrt.

In Düsseldorf fahren wir gern mit dem Rad zum Stadion. Dann halten wir an einem Kiosk am Rhein und trinken dort etwas – das tun sehr viele. Das ist immer sehr schön.
Gerade für Stadionbesucher aus dem Düsseldorfer Süden empfiehlt es sich, bei gutem Wetter mit dem Rad zur Arena anzureisen. Die Fahrt dorthin gleicht fast einer Prozession und der Halt am Fortuna-Büdchen in Höhe des Kunstpalasts ist dabei Pflicht.

Ein Stadiontag ist perfekt, wenn dann auch noch das eigene Team gewinnt – leider ist das bei der Fortuna in der letzten Saison nicht so oft passiert. Die An- und Abreise per U-Bahn ist bei einem Sieg noch besser als mit dem Fahrrad, da dort viele Fans sind, die genau die gleiche Leidenschaft haben wie ich, dann wird gesungen und gefeiert, dass die Bahn vibriert.
Zumeist ist mit dem Besitz der Eintrittskarte auch die freie Nutzung der Rheinbahn für den Hin- und Rückweg verbunden. Mit Kindern empfiehlt es sich, eineinhalb Stunden vor Spielbeginn anzureisen. Dann sind die Bahnen noch nicht zu voll. Und an der Heine-Allee beim Umsteigen ruhig einmal ein paar Züge fahren lassen, so findet sich eine Lücke im Gedränge. Ebenso bei der Rückreise: Geduld haben und mit den Kindern bloß nicht in den vorderen Reihen mitdrängeln.

Für meinen Vater ist ein Besuch in der Esprit-Arena nicht immer so toll – er ist Gladbach-Fan. Das letzte Mal, als die in Düsseldorf gespielt haben, haben sie verloren.
Während Kinder die Niederlage ihrer Mannschaft oft recht gelassen hinnehmen, ist dies bei Erwachsenen nicht immer der Fall … Wer ruhig und besonnen bleibt, zur Not auch mal ein guter Verlierer ist, der gibt seinem Kind ein gutes Vorbild - so wird es immer wieder gern mit ins Stadion gehen.

Samuel Stührenberg ist mit fünf Jahren zum ersten Mal mit seinem Vater ins Stadion gefahren. Inzwischen ist er 13 Jahre alt.

Tags: Fußball , Stadionbesuch

Kategorien: Freizeit , Ausflugsziele