Erziehung

Zweites Zuhause

Juliane Faller · 30.09.2019

© Santiago Nunez / Photocase

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U3-Betreuung in Düsseldorf: Die Libelle stellt die verschiedenen Betreuungsmodelle- und -konzepte für unter Dreijährige vor.

Die Angebote und Möglichkeiten für die Betreuung von Kleinkindern jünger als drei Jahre sind ebenso vielfältig wie die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern und Kinder – es sollte sich also etwas Passendes finden lassen. Am wichtigsten dabei ist es, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen und die Anmeldung früh genug einzubringen, da sich die Plätze einer großen Beliebtheit erfreuen. Wir stellen die verschiedenen Formen der U3-Betreuung vor.

Kita und Tagespflege
Die bekannteste Form der Betreuung sind wohl die Kindertagesstätten. Die klassische Gruppenform ist für zwei- bis sechsjährige Kinder ausgelegt, es gibt aber auch sogenannte Krippengruppen für Kinder von eins bis drei Jahren und die Familiengruppe betreut Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren. Vorteil einer Kita ist, dass die Kinder sich nicht mehrfach an neue Einrichtungen gewöhnen müssen. Selbst wenn sie die Gruppe wechseln, bleiben sie in ihrem gewohnten Umfeld und treffen in den Gemeinschaftsräumen auf altbekannte Gesichter. Allerdings werden die Kinder in der Kita schon früh mit sehr vielen Kindern und Betreuungspersonen konfrontiert.

Dagegen geht es in der Tagespflege deutlich ruhiger zu. Die Tagesmutter – oder der seltenere Tagesvater – darf maximal fünf Kinder gleichzeitig in die Betreuung nehmen und ist eine vertrautere Bezugsperson für die Kinder, als es im Kita-Alltag möglich ist. Die Betreuung bei Tageseltern kommt dem eigenen Zuhause und damit den Bedürfnissen eines unter dreijährigen Kindes wahrscheinlich am nächsten. In einer ruhigen, häuslichen Atmosphäre kann es mit gleichaltrigen Kindern erste Kontakte knüpfen. Der Vorteil der festen Bezugsperson ist zugleich ihr Nachteil: Bei Krankheit oder Urlaub müssen Eltern ihr Kind einer fremden Ersatz-Tagesmutter anvertrauen oder anderweitig improvisieren.

Großtagespflege, Spielgruppe, Netzwerk
Eine Zwischenlösung bietet die Großtagespflege. Hier schließen sich zwei Pflegepersonen zusammen, wobei mindestens eine davon eine weitergehende pädagogische Ausbildung absolviert haben muss, und betreuen bis zu neun Kinder gemeinsam. Während die Tageseltern die Kinder meist in ihren eigenen vier Wänden betreuen, müssen die Räumlichkeiten für Großtagespflegen erweiterten Anforderungen gerecht werden, werden meist separat angemietet und muten wie eingruppige Kitas an.

Zwei- bis dreistündige Spielgruppen ohne Eltern sind eine Möglichkeit, wenn der Hauptzweck der Fremdbetreuung ist, das Kleinkind mit Gleichaltrigen in Kontakt zu bringen und  etwas Zeit zum Einkaufen oder für das Geschwisterkind zu haben – der sanfte Einstieg für Zwei- bis Dreijährige, allerdings nur geeignet für Eltern, die nicht berufstätig sind oder aber zusätzlich eine gute Unterstützung durch Großeltern, andere Familienmitglieder oder vielleicht sogar eine private Kinderfrau haben.

Kosten, Infos, Plätze
Für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern entrichten die Eltern monatliche Beiträge. Übersichtstabellen können auf der Seite der Stadt beziehungsweise der Träger eingesehen werden, denn die Gebühren hängen vom Einkommen der Eltern und dem zeitlichen Betreuungsumfang ab. Unabhängig von diesem Beitrag gibt es auch private Anbieter, die deutlich von den Tabellen abweichende, sprich höhere Beiträge fordern.

Der „i-Punkt Familie“ der Stadt Düsseldorf berät alle Eltern über mögliche Angebote, Fristen, Beiträge und Bewerbungsverfahren. Es gibt regelmäßige Infotermine sowie die persönliche und telefonische Beratung. Online gibt es hier zudem eine Maske, mit der man Tagespflege-Betreuungsmöglichkeiten im gewünschten Umfang im eigenen Stadtteil finden kann sowie den „Kita-Navigator“.

Immer mehr Plätze: Die Stadt Düsseldorf gibt bei den unter Dreijährigen eine Betreuungsquote von 48 Prozent (2018: 47 Prozent) an, bei den Kindern ab drei Jahren liege die Versorgung bei 100 Prozent. Insgesamt startete die Stadt mit 27.300 Betreuungsplätzen ins Kindergartenjahr 2019/2020 und will im laufenden Jahr bis auf 28.000 Plätze erweitern. Das klingt viel, gefühlt aber – wenn man die Eltern fragt – fehlen noch immer viele Plätze. Denn die Zahl der kleinen Kinder steigt beständig und die Familien, die auf U3-Betreuung angewiesen sind, werden immer mehr. Trotzdem gilt Düsseldorf insgesamt als kinder- und familienfreundlich.

Tags: Großtagespflege , i-Punkt Familie , Kita , Kita-Navigator , Tageseltern , Tagespflege , U3-Betreuung

Kategorien: Erziehung