Erziehung

Zu Fuß zur Schule

Libelle · 24.09.2020

© Kita „Die Wawuschels“

© Kita „Die Wawuschels“

Der sicherste Weg zur Schule und in die Kita ist der Fußweg. Eine Postkarten-Aktion möchte Falschparker*innen sensibilisieren.

Die Schule läuft nun schon seit einigen Wochen wieder und die täglichen Wege haben sich eingependelt – häufig allerdings per Auto. Daher ist jetzt die Zeit, in der Schulen und auch Kitas Familien darauf hinweisen, doch bitte am allerbesten zu Fuß den Weg von zu Hause zurückzulegen. Zwei Wochen lang finden die sogenannten Zu-Fuß-zur-Schule-Wochen statt, um Eltern und Kinder für dieses Thema zu sensibilisieren. Schulleiter*innen finden von Jahr zu Jahr klarere Worte für das, was sich vor dem Schultor um kurz vor acht zwischen Autotür und Bürgersteig abspielt: „Es grenzt an ein Wunder, dass hier bis heute noch nichts passiert ist“, sagt beispielsweise Holger Braune, Leiter der freien christlichen Gesamtschule in Hassels, gegenüber der Westdeutschen Zeitung. „Jedes Elternteil sollte sich fragen, wo die Fürsorge aufhört und wo die Komfortzone beginnt.“

Kindersicherheit geht vor!

Und dabei geht es ja gar nicht nur um Bequemlichkeit und Komfort: Das Autogewusel vor der Schule ist ein nachweislich besonders unfallträchtiger Ort – gerade erst wurde in Mönchengladbach ein tragischer Unfall vor dem Schultor mit tödlichem Ausgang für ein Kind vor Gericht verhandelt. „Es wird immer gravierender, die Parkverstöße vor und in der Nähe von Schulen nehmen zu“, beobachtet der Düsseldorfer Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann. Schon gleich nach Schulbeginn wurde in der Stadt zwei Wochen lang schwerpunktmäßig rund um die Schulen kontrolliert – rund 2000 Parkverstöße stellte das Amt fest, 57 Mal musste sogar der Abschleppwagen kommen.

Postkarten für Falschparker

Mit einer freundlich gestalteten „Strafzettel-Postkarte“ im Rahmen der 2019 gestarteten Aktion „Geh-Weg!“ versucht der Jugendamtselternbeirat Düsseldorf, die Autofahrer*innen zu sensibilisieren: Diese Postkarten stehen im Internet kostenlos zum Download bereit und können falsch parkenden Autos hinter den Scheibenwischer geklemmt werden. „Bitte parke richtig, damit du mich nicht gefährdest“, heißt es auf der Karte. Denn Falschparker*innen nehmen den Kindern noch mehr als Erwachsenen die Sicht auf die Straße. Kinder können nicht über die Autos gucken und die Straße folglich nicht sicher überqueren. Eindrücklich zeigt dies die Fotoausstellung „Weg frei für mehr Kindersicherheit!“ mit Bildern aus dem Blickwinkel der Kinder, die voriges Jahr mit Vorschulkindern des Awo-Familienzentrums „Die Wawuschels“ im Rahmen der „Geh-Weg!“-Initiative erstellt wurde und aus der auch unser Bild für diesen Beitrag stammt.

Zu-Fuß-Bus

Manchmal ist tatsächlich ein kleiner Umweg der sicherere Schulweg. Ampelkreuzungen, auch wenn sie größer sind, sind für Kinder oft besser zu überqueren als kleine Seitenstraßen ohne offiziellen Überweg. Viele Familien gründen Zu-Fuß- oder „Walking“-Busse, bei denen die Kinder gemeinsam gehen und immer ein Erwachsener sie reihum begleitet. Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, kommen aufgewacht und ausgeglichen dort an. Vieles, was sie in der Schule lernen, erleben und verfestigen sie auf dem Schulweg: Buchstaben an Geschäften, Zahlen auf Schildern, Plakate, Bäume, Baustellen, die Jahreszeiten ... Sie nehmen ihre Umwelt viel intensiver wahr als Kinder, die aus dem Autofenster schauen. Das zeigt auch eindrücklich die Gegenüberstellung von Zeichnungen zum Thema „Mein Schulweg“: Während das zu Fuß gehende Kind Häuser, Hunde, Bäume und Ampeln skizziert, hat das Kind aus dem Elterntaxi nur eine flache Linie zwischen Wohnort und Schule gemalt.

Aktion „Geh-Weg!“

Strafzettel-Postkarte zum Download

Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“

Montag, 21.09. bis Freitag, 02.10.2020

Tags: Kinderrechte , Kindersicherheit , Zu Fuß zur Schule

Kategorien: Gesundheit , Erziehung , Stadtgeschehen