Erziehung

U3-Betreuung in Düsseldorf

Juliane Faller / Tanja Römmer-Collmann · 17.09.2020

© Claudia Paulussen – AdobeStock

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Die Kita-Betreuung ist wieder angelaufen. Welche Betreuungsmodelle und -konzepte gibt es für unter Dreijährige? Ein Überblick.

Die Angebote und Möglichkeiten für die Betreuung von Kleinkindern jünger als drei Jahre sind ebenso vielfältig wie die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern und Kinder – es sollte sich also etwas Passendes finden lassen. Am wichtigsten dabei ist es, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen und die Anmeldung früh genug einzubringen, da sich die Plätze einer großen Beliebtheit erfreuen. Wir stellen die verschiedenen Formen der U3-Betreuung und eine Auswahl der Anbieter vor.

Kita

Die bekannteste Form der Betreuung sind wohl die Kindertagesstätten. Die klassische Gruppenform ist für zwei- bis sechsjährige Kinder ausgelegt, es gibt aber auch sogenannte Krippengruppen für Kinder von eins bis drei Jahren. In sogenannten Familiengruppen finden sich Kinder im Altern von einem bis sechs Jahren. Vorteil einer Kita ist, dass die Kinder sich nicht mehrfach an neue Einrichtungen gewöhnen müssen. Selbst wenn sie die Gruppe wechseln, bleiben sie in ihrem gewohnten Umfeld. Allerdings werden die Kinder schon früh mit sehr vielen Kindern und Betreuungspersonen konfrontiert.

Tagespflege

Dagegen geht es in der Tagespflege deutlich ruhiger zu. Die Tagesmutter – oder der seltenere Tagesvater – darf maximal fünf Kinder gleichzeitig in die Betreuung nehmen und ist eine vertrautere Bezugsperson für die Kinder, als es im Kita-Alltag möglich ist. Die Betreuung bei Tageseltern kommt dem eigenen Zuhause und damit den Bedürfnissen eines unter dreijährigen Kindes wahrscheinlich am nächsten. Der Vorteil der festen Bezugsperson ist zugleich ihr Nachteil: Bei Krankheit oder Urlaub müssen Eltern ihr Kind einer Ersatz-Tagesmutter anvertrauen oder anderweitig improvisieren.

Großtagespflege

Eine Zwischenlösung bietet die Großtagespflege. Hier schließen sich zwei Pflegepersonen zusammen, wobei mindestens eine davon eine weitergehende pädagogische Ausbildung absolviert haben muss, und betreuen bis zu neun Kinder gemeinsam. Während die Tageseltern die Kinder meist in ihren eigenen vier Wänden betreuen, müssen die Räumlichkeiten für Großtagespflegen erweiterten Anforderungen gerecht werden und werden meist separat angemietet. Großtagespflegen wirken im Prinzip wie eingruppige Kitas.

Spielgruppe

Zwei- bis dreistündige Spielgruppen ohne Eltern sind eine Möglichkeit, wenn der Hauptzweck der Fremdbetreuung ist, das Kleinkind mit Gleichaltrigen in Kontakt zu bringen und etwas Zeit zum Einkaufen oder für das Geschwisterkind zu haben – der sanfte Einstieg für Zwei- bis Dreijährige, allerdings nur geeignet für Eltern, die nicht berufstätig sind oder aber zusätzlich eine gute Unterstützung durch Großeltern, andere Familienmitglieder oder vielleicht sogar eine private Kinderfrau haben.

Kosten, Infos, Plätze

Für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern entrichten die Eltern monatliche Beiträge. Übersichtstabellen können auf der Seite der Stadt beziehungsweise der Träger eingesehen werden, denn die Gebühren hängen vom Einkommen der Eltern und dem zeitlichen Betreuungsumfang ab. Unabhängig von diesem Beitrag gibt es auch private Anbieter, die deutlich von den Tabellen abweichende, sprich höhere Beiträge fordern.

i-Punkt Familie

Der „i-Punkt Familie“ der Stadt Düsseldorf berät alle Eltern über mögliche Angebote, Fristen, Beiträge und Bewerbungsverfahren. Es gibt regelmäßige Infotermine sowie die persönliche und telefonische Beratung. Online gibt es hier zudem eine Plattform, mit der man Tagespflege-Betreuungsmöglichkeiten im gewünschten Umfang im eigenen Stadtteil finden kann sowie den Düsseldorfer „Kita-Navigator“. Unten findest du weitere Infos und Tipps, um einen U3-Betreuungsplatz für dein Kind zu ergattern.

Weg zum Kita-Platz

Wenn Eltern an einem Kita-Platz interessiert sind, ist es zunächst wichtig, sich beim Kita-Navigator der Stadt anzumelden. Hier können Eltern bis zu 15 Kitas auswählen und ihr Kind auf die Warteliste setzen lassen. Die Platzvergabe für den nächsten August erfolgt dann Anfang des Jahres. Wichtig während der Zeit auf den Wartelisten ist, sich auch frühzeitig bei den Kitas selbst vorzustellen, sich über mögliche Kennenlern-Termine zu informieren, zum Tag der offenen Tür zu gehen und sich auch persönlich mit der Kita-Leitung bekannt zu machen. Die Plätze sind begrenzt und persönliches Engagement ist trotz Kita-Navigator notwendig. Aber Vorsicht – zu viel Drängen und Nachfragen kann das Gegenteil bewirken.

Immer mehr Plätze

Die Stadt Düsseldorf ist nach den coronabedingten Schließungen am 17. August mit ihren Kitas in den Regelbetrieb zurückgekehrt. Es gibt aktuell 28.000 Plätze (Vorjahr 27.300) – und bis zum Ende des Kita-Jahres sollen es 29.000 Plätze sein. 20 neue Tageseinrichtungen sind in der Planung. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen liegt aktuell unverändert zum Vorjahr bei 48 Prozent, rund 600 Plätze fehlten zum Kita-Start. Das liegt daran, dass die Zahl der Babys und Kleinstkinder stetig steigt. Denn Düsseldorf gilt als kinder- und familienfreundlich.

U3-Betreuung: Auswahl einiger Anbieter und Beratungsstellen

Kids & more
Kinderbetreuung mit sechs Standorten in Düsseldorf

Kinderblick GmbH
Großtagespflege mit insgesamt acht Standorten in Düsseldorf, Meerbusch, Ratingen und Mettmann
 
Methix Storchennester
Tages- und Großtagespflege mit neun Standorten in Düsseldorf

pme familienservice
Unterschiedliche Betreuungsangebote mit zwei Standorten in Düsseldorf

Sozialdienst katholischer Frauen und Männer Düsseldorf e.V.
Unterschiedliche Betreuungsangebote mit sechs Standorten in Düsseldorf

Wekita
Großtagespflege mit 11 Standorten in Düsseldorf und einem in Ratingen

ZWD Zukunftswerkstatt Düsseldorf
Beratung zur kommunalen U3-Förderung

Kind Vamv Düsseldorf e. V.
Vermittlung von Großtagespflege,Tageseltern und Kinderfrauen/-männern in Düsseldorf

Tags: Düsseldorf , U3-Betreuung

Kategorien: Erziehung , Stadtgeschehen