Erziehung

Top-5-Tipps für stressfreies Homeschooling

Aus der Redaktion · 17.06.2020

© jackfrog – AdobeStock

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Auch wenn die Kinder wieder tageweise zur Schule gehen – die meiste Zeit sind sie zu Hause und sollen ihr Lernpensum möglichst selbstständig bewältigen. Wenn Eltern sich dabei einbringen, artet das oft schnell in Zank und Streit aus. Wir haben fünf Tipps, wie Eltern ihre Kinder bei der Schularbeit möglichst stressfrei unterstützen, sodass das Familienleben im Gleichgewicht bleibt.

Tipp 1: Nobody is perfect – kein Lernen auf Knopfdruck

Wer kennt das nicht? An manchen Tagen sind wir sehr aufnahmefähig, an anderen scheint unser Gehirn verknotet zu sein. „Lernen klappt wie die meisten Dinge nicht auf Knopfdruck, schon gar nicht in der aktuellen Situation“, erklärt Psychologin Franziska Klemm. Eltern tun gut daran, sich nicht als Lehrerersatz zu verstehen, sondern als Lernbegleiter. „Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein, und verlangen Sie das auch nicht von Ihrem Kind. Zu viel Druck erhöht meist die Blockade und führt in eine Sackgasse.“ Vielleicht ergibt sich ja auch mal beim Einkauf oder Spaziergang eine Gelegenheit, über den Schulstoff zu sprechen – das Kind fühlt sich dann ernster genommen und nicht an den vielleicht ungeliebten Schreibtisch gebunden.

Tipp 2: Strukturen wirken Wunder – Lernzeiten begrenzen

Morgens ausschlafen, spät frühstücken, mittags die erste E-Learning-Einheit vornehmen: Für manch einen klingt das verlockend. In der Tat ist es ein Vorteil von Homeschooling, dass vor allem ältere Schüler selbst festlegen können, wann sie mit dem Lernen starten. Doch für Groß wie Klein ist ein strukturierter Alltag wichtig, um das Aufgabenpensum daheim zu bewältigen. Dazu gehören feste Arbeits- und Pausenzeiten. „Teilen Sie die Lerneinheiten in kürzere Etappen und lassen Sie Ihr Kind auswählen, in welcher Reihenfolge Aufgaben erledigt werden. Das erhöht die Motivation und mindert Stress“, rät die Expertin. Das gelte vor allem für jüngere Kinder, die deutliche mehr Anleitung bräuchten als ältere Schüler*innen.

Tipp 3: Bewegte Lernpausen machen Kinder schlau

Werden Kinder beim Homeschooling unruhig oder müde, haben sie keine Lust mehr und sind unkonzentriert, ist es Zeit für eine Pause. „Ideal sind Bewegungspausen möglichst an der frischen Luft oder bei geöffnetem Fenster“, regt Klemm an. „Auch für Eltern sind solche Pausen gesund, und gemeinsam macht Bewegung doppelt Spaß.“ Funktionieren Sie beispielsweise einen Papierkorb in einen Basketballkorb um, knüllen Zeitungspapier zu kleinen Bällen und ziehen eine Trennlinie. Dann geht’s los: Wer erzielt die meisten Korbtreffer? Immer daran denken: Regelmäßige Bewegung ist lebenswichtig für einen gesunden Körper und steigert obendrein die Konzentration und damit Lerneffekte. Das Wochenende sollte frei sein.

Tipp 4: Auf zur digitalen Entdeckungsreise

Für 93 Prozent aller Eltern ist es laut einer Forsa-Umfrage vollkommen in Ordnung, dass ihr Kind zwischen sechs und 18 Jahren digitale Medien seit Corona stärker nutzt. Sie erkennen die Chancen digitaler Medien als Informationsquelle, Brücke zur Schule und zu Freunden. Tipp von Psychologin Klemm: „Nutzen Sie die gemeinsame Zeit außerhalb des Lernens und Arbeitens auch dazu, um mit Ihrem Kind gemeinsam im Internet unterwegs zu sein. Schauen Sie zum Beispiel Kindernachrichten oder lassen Sie sich von Ihrem Kind die Lieblingsinternetseite zeigen, und reden Sie im Anschluss über das Erlebte. Das fördert die Meinungsbildung und einen reflektierten Medienumgang Ihres Kindes.“

Tipp 5: Mut zur Lücke – aber im Gespräch bleiben

Wichtiger als das Durchackern des Stoffes ist, das Kind emotional zu begleiten. Nur dann ist es überhaupt in der Lage, beim Homeschooling Leistung abzurufen. Die ganze Situation erfordert eine Einordnung, bei der das Kind auf Unterstützung der Eltern angewiesen ist: Warum überhaupt ist die Schule nur tageweise geöffnet? Was ist in anderen Ländern los? Sind die eigenen Großeltern in Gefahr? Das Besprechen solcher Fragen beinhaltet schon eine ganze Menge medizinischer, biologischer, geografischer und sozialpolitischer Informationen und Lerneffekte. Da ist es für den Augenblick unerheblich, ob das Bruchrechnen schon einwandfrei sitzt und das Frühlingsgedicht ausreichend analysiert wurde ...

Homeschooling bei Kindern

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 502 Eltern von Kindern im schulpflichtigen Alter zwischen sechs und 18 Jahren in der Coronazeit Ende März 2020 im Auftrag der KKH Kaufmännischen Krankenkasse bundesweit repräsentativ befragt.

Tags: Homeschooling , Lernen zu Hause

Kategorien: Erziehung