Gelassen erziehen

Tag gegen Mobbing

Aus der Redaktion · 01.03.2021

© BMFSFJ

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„Behaupte dich gegen Mobbing“-Tag: Librileo hat Tipps für Eltern, deren Kinder Mobbing erleben – und passende Kinderbücher für jedes Alter.

Am 22. Februar ist interationaler Tag gegen Mobbing, genauer gesagt der „Behaupte dich gegen Mobbing“-Tag. Deshalb nimmt die gemeinnützige Organisation Librileo, die eine Vorleseplattform betreibt, zusammen mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey als Schirmherrin den Tag zum Anlass, um Eltern auf das Thema Mobbing unter Kindern aufmerksam zu machen.

In den vergangenen Wochen des Homeschoolings haben auch in Düsseldorf einige Cybermobbing-Fälle für Aufsehen gesorgt. Diese betrafen ganze Klassen, deren Video-Unterricht gestört wurde. Aber meistens sind einzelne Kinder betroffen: „Man mag es gar nicht glauben, aber jede*r sechste Schüler*in in Deutschland ist von Cybermobbing betroffen. Die Opfer werden immer jünger. Nicht zuletzt weil die Umstellung des Schulbetriebs auf Homeschooling und die damit verstärkte Verlegung sozialer Kontakte ins Netz die Situation noch weiter verschärft“, sagt Sarah Seeliger von der Organisation Librileo besorgt, die selbst Mutter von drei Kindern (vier, sieben und neun Jahre alt) ist.

Emotionale Verletzungen

Für die Betroffenen ist Cybermobbing oft der Beginn von starken emotionalen Verletzungen, die lange nachwirken können. Viele Eltern wissen sich in solchen Situationen nicht zu helfen, da sie keinen Einfluss auf das Verhalten anderer Kinder in den sozialen Medien haben. „Eltern sind derzeit noch einmal stärker gefragt, ihre Kinder über Cybermobbing und die daraus resultierenden psychischen Folgen aufzuklären und ihnen frühzeitig beizubringen, dass Verspottung, Beleidigung, Bloßstellung oder gar eine Bedrohung anderer Kinder oder Jugendlicher keine Optionen sind“, führt Seeliger aus. Denn die Grenzen zwischen Opfern und Täter*innen verschieben sich heutzutage schnell, je nachdem, in welchem sozialen Kontext die Kinder gerade unterwegs sind.

Familienministerin liest Kinderbuch

Um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen liest Bundesfamilienministerin Franziska Giffey anlässlich des „Behaupte dich gegen Mobbing“-Tags zwei thematisch passende Kinderbücher für die Librileo-Plattform vor – darunter: „Und außerdem sind Borsten schön“. „Es gibt keinen Grund einen Menschen zu ärgern, nur weil er anders aussieht. Das ist eine wichtige Botschaft des Buches. Schaut immer hin, was hinter dem Aussehen steckt. Alle Menschen haben etwas Liebenswertes an sich. Es gibt einen schönen Spruch: Wenn du dir etwas mit Liebe ansiehst, dann findest du es auch schön. Es ist ganz wichtig, dass wir genauer hinschauen, was jeder einzelne kann und mitbringt und dann müssen wir auch niemanden ärgern oder doof finden, nur weil er anders aussieht. Ich wünsche euch, dass ihr genau daran immer wieder denkt”, kommentiert die Kinder- und Familienministerin das ausgewählte Kinderbuch.

Was Eltern gegen Cybermobbing tun können

  • Sollte das eigene Kind Opfer einer Cybermobbing-Attacke geworden sein, braucht es von den Eltern vor allem erst einmal Verständnis. Reflexhafte Handy- oder Internet-Verbote bringen ihm keine Erleichterung.
  • Eltern können zusammen mit dem Kind nach einer Lösung suchen und mit ihm absprechen, ob sie mit den Eltern des anderen Kindes, mit der Schule oder gar mit der Polizei sprechen sollen.
  • In den meisten Fällen kennt das betroffene Kind den oder die Täter*in aus der Schule oder dem sonstigen Umfeld. Eltern können Kontakt mit den anderen Eltern aufnehmen und auf die Strafbarkeit von Cybermobbing hinweisen.
  • Beweise in Form von Screenshots sichern – und zwar sowohl, wenn das Kind gemobbt wird, als auch, wenn es in der Folge selbst zum Täter werden sollte. Die Transparenz zeugt von einer klaren Haltung.
  • Tauchen kompromittierende Inhalte auf Internetseiten des Kindes auf, können Eltern die Plattform auffordern, diese zu entfernen. Soziale Netzwerke bieten dazu eine Meldefunktion.
  • Gut ist, wenn Freund*innen und erwachsene Vertrauenspersonen dem zum Opfer gewordenen Kind im Internet mit ablehnenden Kommentaren zu den beleidigenden Inhalten beistehen.
  • Erfahren Eltern, dass das eigene Kind andere mobbt, sollten sie versuchen, möglichst vorurteilsfrei mit dem Kind über den Sachverhalt zu sprechen und herauszufinden, warum das Kind zum Cybermobber geworden ist.
  • Es kann helfen, dem Kind durch einen Perspektivwechsel aufzuzeigen, wie es selbst auf solche Attacken reagieren würde. Wichtig ist, über das Thema ohne Streit und Strafandrohung ins Gespräch zu kommen.
  • Zur Vorbeugung sollten alle Kinder von den Eltern für das Thema Cybermobbing sensibilisiert werden, damit sie lernen, was sie dem Opfer antun – und auch, was für strafrechtliche Folgen das haben kann.

Kinderbuchtipps zum Thema Mobbing

Und außerdem sind Borsten schön

3 bis 6 Jahre
Wir wären doch alle gern ein bisschen schöner! Blonder, muskulöser, um die Hüften eine Spur schlanker ... Kein Grund zur Scham, denn mit diesen eitlen Träumen sind wir nicht allein!
Von Nadia Budde, Peter-Hammer-Verlag 2013 (5. Auflage), ISBN 978-3-779-50433-7, Euro 14,90

Die Bestimmer

4 bis 6 Jahre
Die „Bestimmer“ schubsen die anderen willkürlich herum. Bis die Kinder ihre Stimme finden und endlich „Nein“ sagen. Da wendet sich das Blatt.
Von Lisen Adbåge Beltz-Verlag 2020, ISBN 978-3-407-75811-8, Euro 13,95

Trau dich. Sag was!

Ab 4 Jahren
Ein Buch darüber, wie man etwas sagen kann und was es bewirkt: Leise oder laut, mit Worten oder einem Bild. Und wenn man nicht aufhört, etwas zu sagen, kann es sein, dass irgendwann die ganze Welt zuhört.
Von Peter Reynolds, Sauerländer-Verlag 2020 (2. Auflage), ISBN 978-3737357135, Euro 14,99

Tomatenrot oder Mobben macht traurig

5 bis 7 Jahre
Ein Mädchen zeigt auf einen Jungen: „Du … Du wirst rot!“ Alle lachen! Was harmlos beginnt, läuft bald aus dem Ruder. Und als die Lehrerin fragt, was los sei, wagt keines der Kinder, etwas zu sagen ...
Von Jan de Kinder, Atlantis-Verlag 2014, ISBN 978-3715206790, Euro 14,95

Wie ist das mit dem Ärgern

5 bis 7 Jahre
Wie fühlt es sich an, wenn man geärgert wird? Das kann total ungerecht sein und tut weh. Es ist nicht so leicht, darüber zu sprechen, doch zum Glück ist niemand mit seinen Sorgen allein.
Von Dagmar Geisler, Loewe-Verlag 2020, ISBN 978-3743207998, Euro 9,95

Ich bin Vincent und ich habe keine Angst

9 bis 11 Jahre
Vincent ist elf Jahre alt und sein Lieblingsbuch ist ein Survival-Handbuch für die Wildnis. Ob ihm das auch hilft bei der Klassenfahrt, bei der ihn seine Mitschüler*innen sicherlich auch wieder schikanieren werden?
Von Enne Koens, Gerstenberg-Verlag 2019, ISBN 978-3836956796, Euro 15

Vorlesevideos von Bundesfamilienministerin Franzikska Giffey

Vorleseportal „LeoPLUS“ von Librileo

Mehr als 200 Vorlesevideos für Kinder im Alter von 2 bis 8 Jahren. Es lesen nicht nur Politiker*innen, sondern auch bekannte Schauspieler*innen und Musiker*innen wie Enie van de Meiklokjes, Iris Berben, Benno Fürmann und Yvonne Catterfeld vor. Für Familien, die Leistungen vom Jobcenter erhalten, ist das Angebot kostenfrei. Alle anderen zahlen 3,99 Euro im Monat. Die Plattform lässt sich für zehn Tage kostenlos testen.

www.librileo.de

Tags: KInderbuch , Librileo , Mobbing

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