Erziehung

„Nummer gegen Kummer“ stark gefragt

Aus der Redaktion · 13.06.2020

© Dennis Haentzschel

© Dennis Haentzschel

Die Anrufzahlen steigen: Die „Nummer gegen Kummer“ ist aktuell stark gefragt. Die meisten Ratsuchenden sind zwölf bis 17 Jahre alt.

Die „Nummer gegen Kummer“ beim Kinderschutzbund Düsseldorf erweist sich in Zeiten von Corona als eine besondere Stütze für viele Ratsuchende. Das Beratungsangebot ist gerade jetzt gefragt – die Anrufzahlen steigen stetig. Aus diesem Grund hatte die „Nummer gegen Kummer“ frühzeitig reagiert und bereits im März 2020 ihre Beratungszeiten für Kinder, Jugendliche und Eltern am Telefon und im Online-Chat erweitert. „,Die Nummer gegen Kummer' ist ein leicht zugängliches, anonymes Beratungsangebot. Das hat sich auch und gerade in den vergangenen Wochen als wichtig erwiesen. Denn wenn die Familien gezwungen sind, zu Hause zu bleiben, können die Hürden noch größer werden, sich Personen aus dem nahen Umfeld anzuvertrauen“, weiß Bernhard Müller-Hildebrand, Koordinator Kinder- und Jugendtelefon beim Kinderschutzbund Düsseldorf. Als einer von 89 lokalen Trägervereinen der bundesweiten „Nummer gegen Kummer“ bietet der Kinderschutzbund Düsseldorf derzeit mit 27 speziell ausgebildeten Ehrenamtlichen seine Beratungsgespräche an.

Zunehmende Nutzung der „Nummer gegen Kummer“

Schon 2019 gab es in Düsseldorf einen erhöhten Gesprächsbedarf im Vergleich zu 2018: Im vergangenen Jahr hat das Beratungsteam in Düsseldorf insgesamt 9.520 Anrufe entgegengenommen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Gespräche von mehr als 60 Minuten um über 100 Prozent zugenommen haben (2018: 14; 2019: 30). Von den 1.770 Beratungsstunden wurden 1.730 Stunden am Telefon und 40 Stunden online (per E-Mail) geleistet. Die Ratsuchenden waren mehrheitlich (64 Prozent) zwischen zwölf und 17 Jahren alt. Die Altersgruppe bis elf Jahre war mit 14 Prozent und junge Erwachsene bis 25 Jahre waren mit 16 Prozent vertreten. Wie in den vorangegangenen Jahren haben auch 2019 mehr Jungen (973) als Mädchen (789) die „Nummer gegen Kummer“ gewählt. Seit dem Corona-Lockdown hat sich die Anrufzahl am Kinder- und Jugendtelefon um etwa zehn Prozent erhöht, beim Elterntelefon sogar in etwa verdoppelt und die Beratunganfragen per Mail haben um rund 20 Prozent zugenommen.

Zusammenfassend stellt der Kinderschutzbund fest: Psychosoziale Probleme sowie Fragen zu Sexualität und Partnerschaft waren auch 2019 die häufigsten Themen. Gerade bei den Themen familiäre Gewalt, Vernachlässigung und sexuelle Misshandlung sei die „Nummer gegen Kummer“ häufig der erste Ansprechpartner. Da die Dunkelziffer sehr hoch sei und die Aufdeckung fast immer durch die Opfer erfolge, sei die Bedeutung des Kinder- und Jugendtelefons als niedrigschwelliges Angebot nicht hoch genug einzuschätzen.

Aktuelle, erweiterte Beratungszeiten der „Nummer gegen Kummer“

Kinder- und Jugendtelefon unter 11 61 11

Montag bis Samstag, 14 bis 20 Uhr
Montag, Mittwoch und Donnerstag auch 10 bis 12 Uhr

Onlineberatung für Kinder und Jugendliche unter www.nummergegenkummer.de
Chat: Dienstag und Freitag, 10 bis 12 Uhr sowie Mittwoch und Donnerstag, 15 bis 17 Uhr
E-Mail-Beratung: rund um die Uhr erreichbar

Elterntelefon unter Telefon 0800.111 05 50
Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag zusätzlich 17 bis 19 Uhr

Deutscher Kinderschutzbund OV Düsseldorf e. V.
Posener Straße 60, 40231 Düsseldorf
Telefon 0211.617 05 70
info@kinderschutzbund-duesseldorf.de
www.kinderschutzbund-duesseldorf.de

Tags: Deutscher Kinderschutzbund Düsseldorf , Kinder- und Jugendtelefon , Nummer gegen Kummer

Kategorien: Gesundheit , Erziehung , Stadtgeschehen