Gelassen erziehen

10 Tipps fürs Lernen auf Distanz

Tanja Römmer-Collmann · 04.03.2021

© Libelle

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Libelle-Serie „UND JETZT?!“: Familiencoach Clara Venjakob gibt Tipps, wie Familien die Zeit des Distanzunterrichts gelassen meistern.

Manchmal läuft es in der Familie einfach nicht rund, es hakt und knirscht ständig und die Nerven liegen blank. Wolltest du immer schon mal wissen, was eine Expertin oder ein Experte dir dann rät? Die Libelle spricht für die neue Serie „Und jetzt?!“ mit Düsseldorfer Kinder- und Jugendcoaches, Erziehungsberaterinnen und Familientherapeutinnen über typische Familien- und Erziehungsthemen. So erfährst du, was dir in deiner und eurer Situation vielleicht helfen kann.

Homeschooling. Eltern (un)gleich Lehrerin?!

Für die Libelle-Serie „Und jetzt?!“ haben wir mit Familiencoach Clara Venjakob gesprochen und sie nach Tipps gefragt, wie Eltern ihre Kinder möglichst gut beim Homeschooling unterstützen.

1. Ansprüche runterschrauben

„Machen wir uns klar, dass die aktuelle Situation eine absolute, für uns alle neue Ausnahmesituation ist“, sagt Clara Venjakob. „Dann können wir uns von dem Anspruch und unseren eigenen Erwartungen lösen, dass alles so perfekt sein muss wie immer: Job, Haushalt, Kinder und jetzt auch noch Homeschooling.“

2. Kompromisse finden

„Wer weiterhin möchte, dass alles so läuft wie immer, nimmt während des Lockdowns eine wochenlange Überforderung in Kauf“, erklärt Venjakob und rät daher dazu, im familiären Alltag ganz bewusst Kompromisse einzugehen: beim Putzen, Kochen, Aufräumen oder anderen Bereichen, die Stress auslösen können.

3. Familie als Team

Dieser Punkt ist der Familiencoachin ganz besonders wichtig: „Die Familie meistert die Situation am besten zusammen und auf Augenhöhe, als echtes Team.“ Dazu gehöre, jedem gut zuzuhören, Aufgaben wie Tischdecken an alle zu verteilen, Zeiten und Vorhaben rechtzeitig abzusprechen, Rücksicht aufeinander zu nehmen.

4. Miteinander sprechen

„Wie war der Tag für dich? Was war gut, was war doof?“ Clara Venjakob rät Familien, miteinander im Gespräch zu bleiben. Ein regelmäßiges abendliches Gespräch kann beispielsweise helfen, herauszufinden, was gut läuft und wo noch Verbesserungsbedarf ist – zum Beispiel, die Zeiten für ein geteiltes Tablet abzusprechen.

5. Tagesablauf planen

„Die gewohnten Tagesstrukturen brechen mit der Schließung der Schule weg“, betont Clara Venjakob. Daher sei es wichtig, dem Tag neue Abläufe zu geben und dabei alle Bedürfnisse zwischen Homeschooling und Homeoffice zu berücksichtigen. Vielleicht motiviert ja ein Spaziergang, die Matheaufgaben und ein Telefonat zügig zu erledigen?

6. Steht die Technik?

Fürs Homeschooling benötigt jedes Kind einen möglichst ruhigen Platz und die entsprechende Technik. Bei der Einrichtung begleiten die Eltern insbesondere Grundschüler*innen unterstützend. Ältere Kinder wissen meist selbst am besten, was sie benötigen, sind aber auch dankbar für ehrlich gemeinte Nachfragen.

7. Wenn's nicht klappt

Treten akute Probleme auf, zum Beispiel mit der Technik oder dem Unterrichtsmaterial, ist es ratsam, sich darüber – auch mit den Lehrkräften – offen auszutauschen. Wichtig dabei: „Effiziente, einfach Lösungswege für den Moment suchen und sich nicht in weitreichenden Grundsatzdiskussionen verzetteln“, weiß Venjakob.

8. Hilfe organisieren

Vielleicht gibt es in der Klasse Eltern, die bestimmte Aufgaben oder Projekte auch für andere Kinder betreuen. „Oder der Opa trainiert mit dem Kind per Video das Einmaleins“, schlägt die Expertin vor. Haben Familien aus der Klasse Probleme mit der Technik, ist ihnen vielleicht mit regelmäßigen Ausdrucken der pdf-Arbeitsblätter geholfen.

9. Kein Helikoptern!

„Etwa ab der dritten Klasse können Kinder selbstständig lernen und arbeiten“, erklärt Venjakob. Voraussetzung dafür: Die Eltern ziehen sich entsprechend zurück. „Nach meiner Beobachtung birgt das Homeschooling durchaus die Gefahr des elterlichen Helikopterns“, stellt sie fest.

10. Ausgleich

Abwechslung wie gemeinsame Bewegungspausen, eine Pizzabestellung am Freitagabend oder ein Familienfilm sind, wenn sie vorher gemeinsam vom Familienteam vereinbart wurden, kleine Alltagsfreuden und helfen dabei, die Motivation bei allen aufrecht zu erhalten. Auf in die nächste Woche!

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Die Expertin

Clara Venjakob

Clara Venjakob arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in eigener Praxis und betreut hier sowohl Familien und Privatpersonen als auch – als Geschäftsführerin des HR-Instituts „Clarzeit“ – Mitarbeiter*innen in Ausnahmesituationen. Privat lebt sie mit ihrem Ehemann und den gemeinsamen Kindern (5 und 8 Jahre alt) in Neuss.

Personal Coaching Düsseldorf

Prinz-Georg-Straße 85, Düsseldorf-Pempelfort
Telefon 0211.749 51 22 91, Clara.Venjakob@venwa.de, www.personal-coaching-duesseldorf.de

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Tags: Clara Venjakob , Homeschooling , Libelle-Serie „Und jetzt?!“ , Personal Coaching Düsseldorf

Kategorien: Stadtleben , Gelassen erziehen