Gelassen erziehen

Die Coronazeit in einer Wohngruppe

Anna Bolten · 15.04.2021

© PMDesign – AdobeStock

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Wie sieht die Coronazeit bei Kindern aus, die nicht zu Hause leben, sondern in betreuten Wohngruppen? Die Libelle hat nachgefragt.

Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer schwierigen Lebenssituation nicht zu Hause leben können, werden häufig in Wohngruppen aufgenommen. Dort kümmern sich Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen um sie. Das durch die unsicheren Familienbeziehungen geprägte Leben der Kinder wurde nun durch die Coronapandemie nochmal zu einer ganz neuen Herausforderung. Und das nicht nur für die Betreuungskinder, sondern auch für die in den Wohngruppen arbeiteten Erzieher*innen, wie nun im Gespräch mit dem Diplom-Sozialpädagogen und Geschäftsführer der evangelischen Jugend- und Familienhilfe, Detlef Wiecha, und Beatrix Schäfer, einer ausgebildeten Erzieherin, die seit 30 Jahren in einer seiner Einrichtungen als Gruppenleiterin arbeitet und diese auch mitgegründet hat, deutlich wurde.

Wenn die Eltern es nicht schaffen

Generell leben in Wohngruppen meist rund zehn Kinder aus verschiedenen Familien zusammen und werden dort von Fachkräften betreut. In Absprache mit den Eltern entscheidet das Jugendamt, wann eine solche Fremdbetreuung nötig ist und auch wie lange. Gründe dafür können unterschiedlichste Problematiken und Hilfebedarfe in der Familie der Kinder sein, weiß Detlef Wiecha, der Geschäftsführer der evangelischen Jugend- und Familienhilfe. „Wir können von Suchterkrankungen der Eltern sprechen, durch die sie dann für die Erziehung der Kinder nicht adäquat sorgen können“, berichtet er. Ein weiterer Anlass können psychische Erkrankungen der Eltern sein. „Häusliche Gewalt gegenüber dem Kind oder der Kindesmutter ist auch ein großes Thema, das insbesondere in Zeiten vom Lockdown unterbelichtet ist“, ergänzt Wiecha. Und auch sexueller Missbrauch oder Verwahrlosung der Kinder, mangelnde Bindungsfähigkeit sowie Überforderung der Eltern, durch die sie beispielsweise nicht in der Lage sind, liebevoll Grenzen zu setzen, sind beispielhafte Gründe, warum Kinder in Wohngruppen aufgenommen werden, beschreibt der Sozialpädagoge.

Wie eine große Familie

Unter den traurigen Umständen ist es für Kinder aus diesen Familien oft die beste Lösung in eine Einrichtung wie die von Beatrice Schäfer zu kommen. In einer Wohngruppe lebt es sich vergleichsweise wie in einer großen Familie, erzählt die Pädagogin, die mit vier weiteren Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen sowie einer Hauswirtschaftskraft zusammenarbeitet. Dort betreuen sie in einem großen Haus mit Garten momentan neun Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren, generell können aber auch schon Dreijährige aufgenommen werden. Der Alltag in der Wohngruppe läuft wie ein normaler Familienalltag ab: Alle Kinder stehen morgens auf, frühstücken gemeinsam und gehen in den Kindergarten oder die Schule. „Wir haben auch die verschiedensten Schulen darunter“, erzählt Schäfer. Sobald die meisten dann nach dem Unterricht wieder zu Hause sind, wird gemeinsam Mittag gegessen und später gespielt und mithilfe der Betreuerinnen werden die Hausaufgaben erledigt. Danach gehen normalerweise alle Kinder und Jugendlichen ihren Freizeitaktivitäten im Ort nach. „Sie sind eingebunden in Chor, Pfadfindern, Schwimmverein und Messdiener“, nennt die Erzieherin nur einige Bespiele. Von der Einrichtung können sie zu Fuß dort hingehen und lernen so auch ein hohes Maß an Selbstständigkeit, betont Schäfer. Auch Freunde dürfen die Kinder besuchen oder die Freunde kommen zu Treffen in die Gruppe. „Die Kinder sind normalerweise genauso ins Gemeinwesen eingebunden wie Kinder aus Familien eben auch“, fasst Wiecha zusammen.

Ausnahmezustand durch Corona

„Das fiel natürlich jetzt alles weg“, schließt Schäfer an. Gerade während des harten Lockdowns waren die Kinder und Jugendlichen dauerhaft in der Wohngruppe, hatten Online-Unterricht, konnten nicht in den Kindergarten und nachmittags nicht ihren Hobbys nachgehen und Freunde sehen. „Da leiden ja alle Kinder in Zeiten der Pandemie drunter und vielleicht auch in gewissermaßen verstärkt die Kinder in den Wohngruppen“, gibt Sozialpädagoge Wiecha zu Bedenken. Denn die dort lebenden Jugendlichen haben ohnehin mit Beziehungsverunsicherungen durch ihre schwierigen Familienverhältnisse zu kämpfen, was die aktuelle Situation noch schwieriger macht. Hinzu komme, dass die Kinder ihre Eltern im harten Lockdown nicht besuchen konnten und andersherum auch nicht, was sonst regelmäßig stattfindet. Mit ihren Eltern nur übers Telefon in Kontakt zu sein, „das war schon heftig“, bestätigt Erzieherin Schäfer. „Sie haben schon gelitten, dass sie ihre Eltern nicht sehen konnten.“ Dass dennoch die Kontaktbeschränkung eingehalten werden konnten, haben die Erzieherinnen auch den kooperativen Eltern zu verdanken: „Wir brauchten das Verständnis der Eltern für diese Maßnahmen. Da sind wir sehr froh.“ Zu Weihnachten konnten die Kinder dann auch wieder nach Hause und dürfen jetzt wieder regelmäßig persönlichen Kontakt zu ihren Familien haben.

Erst verängstigt, aber immer diszipliniert

Aber gerade die Anfangszeit der Coronapandemie brachte noch mehr Herausforderungen für das Leben in der Wohngruppe. Zunächst waren die Kinder verängstigt. „Zumindest auf den ersten Lockdown bezogen, gab es schon Verunsicherungen der Kinder“, schildert Wiecha. Den Jüngeren mussten die Betreuerinnen auch vereinfacht erklären, was die Situation genau bedeutet. „Aber sie haben das so genommen und es wurde dann auch selbstverständlich, dass wir zusammen eine harte Zeit zusammen durchmachen“, erzählt die Pädagogin. So konnte sie feststellen, dass die Kinder in ihrer Wohngruppe von Beginn an sehr viel Disziplin zeigten, ihre Hände wuschen, zwischenzeitig im harten Lockdown ihre Masken getragen haben und die Pädagogen seit Ende vergangenen Jahres nur mit Maske zu sehen bekommen. „Wir waren da als Träger auch gezwungen, relativ strenge Regeln für die Mitarbeiter*innen aufzustellen, zu ihrem Schutz, aber auch, um den Dienst aufrechtzuhalten und die Betreuung der Kinder gewährleisten zu können“, berichtet der Geschäftsführer. Letzteres ist gerade in Wohngruppen besonders wichtig, da die Kinder jahrelang mit ihren Erziehrinnen zusammenleben und deshalb eine starke Bindung zu ihnen aufbauen.

Das Bedürfnis nach Nähe

Diese starke Bindung zeigt sich normalerweise auch dadurch, dass gerade die jüngeren, aber auch die älteren, Kinder immer wieder die Nähe zu ihren Betreuer*innen suchen, so zum Beispiel in Form einer Umarmung oder bei der abendlichen Gute-Nacht-Geschichte. „Die grundsätzliche Herausforderungen für die Pädagog*innen in den Wohngruppen ist es, einerseits eine professionelle Distanz zu halten, da sie ja nicht die Eltern der Kinder sind, und andererseits auf die Bedürfnisse der Kinder nach Nähe einzugehen“, erklärt Wiecha. Diese Achtsamkeit der Pädagog*innen – die Grenzen der Kinder zu wahren und ihren Bedürfnissen nach Nähe gerecht zu werden – ist immer eine sehr sensible Aufgabe. Und auch wenn in der Pandemie die Bedürfnisse der Kinder grundsätzlich die gleichen bleiben, müssen die Erzieher*innen aktuell noch verstärkt die Wünsche der Kinder im Blick haben. „Wir beobachten, dass wegen der mit der Pandemie verbundenen Verunsicherung die Bedürfnisse nach Nähe und Sicherheit sich teilweise bei den Kindern verstärken und somit auch hier ein sensibler und einfühlsamer Umgang unserer Mitarbeiter*innen mit Blick auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes notwendig ist“, resümiert der Sozialpädagoge. Und diese manchmal veränderten Bedürfnisse nach Nähe können sich auch trotz der Maßnahmen erfüllen: „Allerdings ist dies nur möglich, weil die Pädagog*innen immer die FFP2-Masken tragen“, fügt unsere Ansprechpartnerin hinzu. Und auch unter den Kinder kommt es durch die aktuelle Situation vermehrt zu näherem Kontakt: „Da wird das gemeinsame Fernsehen auch zum Kuscheln auf der Couch genutzt oder tatsächlich eine Umarmung eingefordert, wenn man getröstet werden möchte“, beobachtet die Erzieherin.

Online-Unterricht für fast alle

Eine besondere Herausforderung durch die Pandemie war aber nicht nur der achtsame Umgang mit den Kindern, sondern auch den Online-Unterricht für alle acht Schulkinder gewährleisten zu können. Nicht nur war es anfangs von den Schulen aus chaotisch, sondern es gab in der Wohngruppe auch nicht für jede*n Schüler*in einen Computer. Zudem waren die Unterrichtszeiten sehr unterschiedlich, äußert die Betreuerin. „Manchmal mussten wir den Kindern selbst Aufgaben ausdrucken und die Jugendlichen waren auch mal ganz schwierig zu motivieren.“ Das war eine enorme zusätzliche Belastung für die Pädagoginnen, macht Wiecha deutlich: „Neben all den alltäglichen Aufgaben von Wäschewaschen bis Einkaufen mussten sie im Blick haben, welches Kind wann eine Konferenz und welches nur Aufgaben zu erledigen hat. Das ist eine riesige Herausforderung für die Kolleginnen. Besonders, weil ja nur zwei Mitarbeiterinnen pro Schicht da sind.“ Hinzu kam, dass die Jüngste mit fünf Jahren es ohne den alltäglichen Besuch im Kindergarten manchmal schwierig hatte und Beschäftigungen suchte, wenn alle anderen Kinder Homeschooling hatten. „Sie war manchmal wie das fünfte Rad am Wagen“, beschreibt die Leiterin der Wohngruppe rückblickend. Zwar konnte sie Bastelideen aus dem Kindergarten machen, in der Küche helfen und sich selbst beschäftigen, aber sich nicht – wie normalerweise Kinder in ihrem Alter – auf die Schule vorbereiten. „Wir versuchen, sie auf die Schule vorzubereiten, aber das ist natürlich noch eine andere Herausforderung.“

Routine stellt sich ein

Mittlerweile haben alle Schulkinder Tablets vom Träger der Einrichtung und manche auch von der Schule bekommen und kommen damit auch gut zurecht: „Da haben wir festgestellt, dass die Jüngsten jetzt ganz selbstverständlich Lernapps benutzen können“, führt die Erzieherin aus. Und ein Junge, der in der Schule eher ungern arbeitet, konnte tatsächlich durch die stärkere, persönliche Aufsicht in der Wohngruppe intensiver arbeiten. Aktuell arbeiten die Kinder ganz selbstständig nach Wochenplänen und können zumindest zeitweise wieder in die Schule gehen. Aber auch das war am Anfang beängstigend für die Kinder: Das zeigte sich zum Beispiel, als Schäfer mit einem Sechsjährigen auf dem Weg zur Schule war. „Dann kam uns draußen jemand entgegen und der Junge fragte ganz verunsichert, was wir jetzt machen sollen.“ Mittlerweile haben die Kinder sich aber auch daran gewöhnt und freuen sich, in der Schule wieder ihre Freunde sehen zu können oder mal wieder allein einkaufen zu gehen. Und weiterhin sind die Kinder sehr bedacht darauf, sich innerhalb der Wohngruppe an alle Regeln zu halten. So erinnern sie sich zum Beispiel gegenseitig daran, dass jeder die Hände wäscht. „Sodass ja nicht die Bedrohung reinkommt“, veranschaulicht die Erzieherin. Die Größeren unterstützen dabei auch die Kleineren und alle verbringen gerne viel Zeit miteinander. „Die Gemeinschaft hat sich insgesamt gestärkt und wir gehen zum Beispiel zusammen in den Garten, essen draußen oder backen gemeinsam – machen Sachen, die zusammenschweißen“, berichtet Schäfer. Dadurch konnte sie die Kinder auch nochmal viel besser kennenlernen: „Auch auf dem schulischen Gebiet, da war ich sehr erstaunt, auf welchem Stand sie alle sind“. Denn das könne man sonst, wenn man nur am Nachmittag bei den Hausaufgaben helfe, nicht immer so im Detail bemerken.

Allmählich coronamüde

Aber auch in der Wohngruppe stellt sich mit der Zeit die Coronamüdigkeit ein, sodass die Pädagoginnen den Kindern immer wieder aufs Neue deutlich machen, dass die Situation weiterhin ernst ist. „Aber trotzdem bleiben alle diszipliniert“, berichtet Schäfer. „Das ist eine unglaubliche Anpassungsleistung, die die Kinder da bewerkstelligen, das muss man wirklich einfach mal sehen“, betont Wiecha. Auf Dauer fehle den Kindern aber immer mehr der soziale Kontakt zu ihren Freunden, die sie neben der Schule höchstens beim Spazierengehen sehen. Dadurch habe auch die Mediennutzung in der Gruppe spürbar zugenommen, legt die Pädagogin dar. Vor allem, um sich die Zeit zu vertreiben, aber auch um besser Kontakt mit den Freunden halten zu können. Zudem haben die Kinder aus der Wohngruppe keine Erfolgserlebnisse im Freizeitbereich mehr und die Gemeinschaften in den Vereinen und Gruppen fehlen, aus denen sie sonst viel mitgenommen haben, führt Schäfer aus. Obwohl sie damit bisher offenbar zurechtkommen, könnte das in Zukunft auch ihre Entwicklung beeinflussen, vermuten die beiden Experten. „Meine Einschätzung ist, dass die Auswirkung der Pandemie auf die Entwicklung aller Kinder und Jugendlichen erst viel später deutlich werden. Besonders für Kinder, die isoliert zu Hause leben“, gibt Wiecha zu verstehen.

Wahre Coronaheld*innen

Dabei beeinflussen die Mahnahmen der Pandemie aber nicht nur die Kinder und ihren Alltag, sondern es lastet auch viel mehr Druck auf den Erzieherinnen der Wohngruppe, macht der Sozialpädagoge deutlich: „Jugendhilfe funktioniert ganz viel über Nähe, und wenn dann die vielen Freizeitbeschäftigungen der Kinder fehlen, lastet das alles auf den Mitarbeitern, da sie für einen Ausgleich sorgen und immer kraftvoll im Dienst sein müssen“, schildert er. „Und auch optimistisch nach vorne schauen müssen dabei“, ergänzt Schäfer. „Und das jedem Tag von Neuem und dauerhaft mit einer FFP2-Maske und ohne eigene Entlastung. Da finde ich, dass alle Mitarbeiter*innen in Jugend- und Altenhilfe, in Krankenhäusern, bei der Feuerwehr und so weiter eine riesige Leistung erbringen“, fasst Wiecha zusammen. Bis diese Bedeutung der Jugendhilfe in der Coronazeit auch von der Politik wahrgenommen wurde, habe es aber lange gedauert: „Ich bin froh, dass die Politik endlich nach einem Jahr in der Pandemie im Februar die Einsicht gehabt hat und die Pädagog*innen der Wohngruppe in der Impfkategorie zwei gelandet sind, sodass zumindest ein Teil der Erzieher*innen jetzt auch geimpft werden konnte“, hebt der Geschäftsführer hervor. Jedoch seien andere Einrichtungen der Jugendhilfe wie beispielsweise Mitarbeiter*innen in Mutter-Kind-Einrichtungen oder ambulante Jugendhelfer*innen, die rausgehen in die Familien, weiterhin formal von dieser Reglung ausgeschlossen. Wiecha hofft, dass die Gesetzeslage dazu schnell korrigiert wird.

Es zusammen schaffen

Besonders deutlich wird die Relevanz der Kinder- und Jugendarbeit auch anhand der Kinder der Wohngruppe selbst. Ihr Fazit zur aktuellen Lage: Sie sind sehr froh, aktuell nicht als Einzelkind zu Hause zu sein, sondern mit ihren Kamerad*innen aus der Wohngruppe zusammenzuleben, gibt Schäfer wieder. „Wir haben es ja hier noch ganz gut und können uns untereinander beschäftigen“, zitiert die Erzieherin eines der Kinder. Und wenn die Pandemie einmal vorüber ist, ist sich die Pädagogin sicher, dass die Kinder in gewissermaßen ein positives Resümee ziehen würden: „Dass sie froh sind, hier gewohnt zu haben und wie gut wir es zusammen geschafft haben.“

Wohngruppen und Kinderheime in Düsseldorf

In Düsseldorf können Kinder ab vier Jahren in verschiedene Wohngruppen aufgenommen werden, wenn sie aufgrund einer schwierigen Lebenssituation nicht in ihrer Familie verbleiben können und besondere Hilfe im psychosozialen Bereich benötigen. Dort werden die Kinder erzogen, versorgt und gefördert, bis sie nach intensiver Eltern- und Familienarbeit zu ihren Familien zurückkehren können. Sollte die Rückkehr nicht möglich sein, wird mit den Eltern und Kindern eine andere Lebensperspektive erarbeitet. Ansprechpartner*innen zum Thema „Kinderschutz“ beim Jugendamt

Kinder- und Jugendhilfeträger in Düsseldorf

In Düsseldorf gibt es verschiedene Träger für Wohngruppen. Darunter beispielsweise die Diakonie Düsseldorf mit der evangelischen Jugend- und Familienhilfe gGmbH, die unter anderem die im Text vorgestellte Gruppe betreibt.

Die Loop-Kinder- und Jugendhilfe vermittelt unter anderem Pflegefamilien und betreibt Kinderhäuser zur stationären Aufnahme von Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen sowie Wohngemeinschaften für Jugendliche über 16 Jahren, die dort zu zweit leben und täglich von pädagogischen Fachkräften stundenweise betreut und begleitet werden.

Ein weiteres Angebot bietet SOS-Kinderdorf in Düsseldorf: In SOS-Kinderdorf-Familien werden insbesondere Geschwistergruppen, aber auch einzelne Bedürftige aufgenommen. Dort leben sie mit einer Kinderdorfmutter als zentraler Bezugsperson zusammen.
 
Neben den Wohngruppen gibt es in Düsseldorf und Umgebung auch Kinderheime. Dort finden sich zum Beispiel in einem Haus mehrere Wohngruppen, in denen die Kinder ihre eigenen Zimmer haben und pädagogische Angebote bekommen. Ein Beispiel dafür ist das evangelische Kinderheim in Hilden.
 
Noch größere Kinderheime können Einrichtungen sein, bei denen auf einem Gelände mehrere Wohngruppenhäuser liegen sowie Gemeinschafts- und Verwaltungsgebäude mit Aula und einer Cafeteria, Stille-, Musik- und Bewegungsräume sowie Besprechungs- und Besucher*innenräume. Außerdem gibt es häufig weitläufige Außengelände mit Spiel- und Sportplätzen. So zum Beispiel das Sankt-Raphael-Haus in Düsseldorf-Oberbilk, dessen Träger der Caritasverband Düsseldorf ist.
 
An das Jugendamt der Landeshauptstadt ist das städtische Kinderhilfezentrum Eulerstraße angegliedert. Dort bestehen verschiedene Möglichkeiten der Kinder- und Familienhilfe, darunter auch Wohngruppen für verschiedene Altersstufen. Wie viele solcher Einrichtungen wird auch das Kinderhilfezentrum von einem Förderverein, in diesem Fall dem Freundeskreis Kinderhilfezentrum aktiv unterstützt, der jedes Jahr im September für alle Familien das stadtweit bekannte „Budenfest“ ausrichtet.

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