Erziehung

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Anke Strotmann · 16.09.2019

© Silvia Brandt

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Junge Flüchtende oder vernachlässigte Kinder: Alle Kinder haben das Recht auf Hilfe in Notlagen und auf Schutz vor Vernachlässigung.

Um das Recht auf Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Vernachlässigung, Ausbeutung und Verfolgung geht es diesen Monat beim von der Libelle und dem Kinderschutzbund initiierten Kinderrechtejahr in Düsseldorf.

Der 17-jährige Sami ist vor zwei Jahren ohne seine Familie aus Kabul nach Düsseldorf gekommen. Während er auf die Entscheidung über seinen Asylantrag wartet, hat er zunächst in einer durch das Jugendamt organisierte Unterkunft gewohnt, seit einem Monat lebt er als unbegleiteter Flüchtling in einer deutschen Familie, die sich rührend um ihn kümmert. Seine Fluchterfahrung kann Sami aber trotzdem nicht so schnell vergessen.

Seit viele Flüchtende, darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche, in Düsseldorf angekommen sind, ist das Kinderrecht auf Hilfe in Katastrophen und Notlagen direkt vor unserer Haustür für uns greifbar geworden – viele Düsseldorfer haben Kinderkleidung, alte Tornister oder ausrangierte Kinderzimmermöbel gespendet und sind so in Kontakt mit dem Thema gekommen. „Wir können nur versuchen, alles uns Mögliche zu tun, diese Kinder zu unterstützen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie hier willkommen sind und bleiben dürfen, dass sie nicht allein sind und dass ihnen geholfen wird. Für diese Kinder geht es auch Monate und Jahre nach der Flucht ums Überleben“, sagt Bettina Erlbruch, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds Düsseldorf.

Aber auch der Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Ausbeutung ist manchmal in unserer unmittelbaren Nachbarschaft nötig. Kinder, die im Winter nicht warm genug angezogen sind, die ohne Frühstück von zu Hause starten oder auch zu wenig emotionale Zuwendung erfahren – es gibt durchaus auch die sogenannte Wohlstandsvernachlässigung. „Im Fall von Vernachlässigung sprechen wir zunächst mit den Eltern und spiegeln die Situation“, sagt Erlbruch. Erst dann werde gegebenenfalls ein Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung eingeleitet. Fazit: Das Recht auf Hilfe und Schutz ist ein elementares Recht für Kinder und es zeigt sich in verschiedenen Formen direkt vor unserer Haustür.

Neugierig geworden? Kinderrechte sind auch bei uns nicht immer selbstverständlich, und gerade das Recht auf Hilfe in Notlagen und Schutz vor Vernachlässigung ist in den westlichen Gesellschaften in Bezug auf die Kinder häufig in Gefahr, wenn es um den Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen oder die sogenannte Wohlstandsvernachlässigung geht. Anlässlich des 30. Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention hat die Libelle gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Düsseldorf das Kinderrechtejahr 2019 ausgerufen und viele, viele Partner, Institutionen, Einrichtungen und Ämter mit ins Boot geholt. Alle zusammen möchten sie im Lauf des Jahres alle Kinder und Erwachsenen in Düsseldorf für die Kinderrechte sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, wo und wie wir diese Rechte auch hier bei uns noch besser umsetzen können. In der Libelle-Serie zu den zehn Kinderrechten geht es in der Septemberausgabe um das Kinderrecht auf Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Vernachlässigung, Ausbeutung und Verfolgung. Schnell ein Heft besorgen oder hier weiterlesen ... https://issuu.com/xitix/docs/libelle_september_2019

Septemberausgabe der Libelle 2019

https://issuu.com/xitix/docs/libelle_september_2019

Tags: Kinderrechtejahr 2019 , Libelle Jahr der Kinderrechte , UN-Kinderrechtskonvention

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